Sammelladungsverkehr

auch: Sammelgutverkehr, Stückgutverkehr
Beim Sammelladungsverkehr - auch Sammelgut- oder Stückgutverkehr genannt - geht es meistens um den Transport kleinerer Sendungen. Der Versandspediteur sammelt zunächst Frachtstücke bei verschiedenen Versendern ein. Die befördert er als Sammelladung (Sammelgut) zum Empfangsspediteur. Der verteilt die Sendungen wiederum an die jeweiligen Empfänger. Die Aufgaben müssen nicht zwingend in der Hand mehrerer Spediteure liegen, sondern können auch von einem Spediteur angeboten werden.

Sammelladungszentrum

Ein Sammelladungszentrum ist ein Lager, in dem Güter für den weiteren Transport zu größeren Einheiten zusammengefasst werden.

Schalenförderer

Ein Schalenförderer ist ein spezielles Fördermittel zum Transportieren von Ladeeinheiten und wird oft in der Postverarbeitung für das Paketsegment eingesetzt. Zum Sortieren werden die Pakete auf die Kippschale zugeführt. Zum Entladen von dem Förderer wird die Schale gekippt und das Paket rutscht dann durch Gravitation von der Schale in eine Zielstelle.

Schienengüterverkehr

Der Schienengüterverkehr umfasst den Gütertransport mit Hilfe von Schienenfahrzeugen.
Der Schienengüterverkehr ist geeignet für Massengutverkehr (mehrere Wagenladungen) oder viele Güterarten (Kohle, Rohstoffe) bei einer Entfernung ab ca. 300 km.

Schüttgut

Schüttgüter gibt es in Form von Körnern, Stäuben oder stückweise in verschiedenen Größen. Dazu gehören Erze, Sand, Kohle und Getreide. Charakteristisch für Schüttgüter ist, dass sie während des Transports ihre Form behalten und sich ohne Hilfsmittel nicht zu einer Einheit zusammenfassen lassen.

Seefracht

Seefracht ist der Transport von Gütern in Form von Schüttgut, Stückgut oder gesamten Transporteinheiten (Containern) auf dem Seeweg - wahlweise im Binnen- oder im internationalen Seeverkehr. Dieser Transportweg bietet sich besonders bei Ladungen mit hohem Gewicht, großem Volumen oder in großen Mengen und/oder geringem Warenwert an. Zwar dauert die Beförderung verhältnismäßig lange, ist aber im Vergleich zur Luftfracht günstiger.

Seefrachtbrief

englisch: Seaway Bill/Linerway Bill/Express Cargo Bill
Der Seefrachtbrief ist ein nicht begebbares Dokument und Nachweis eines Vertrages über den Transport von Waren per See. Gleichzeitig weist es den Verfrachter aus, der die Waren übernommen oder an Bord genommen hat, sowie die Verpflichtung desselben, die Waren dem auf dem Dokument aufgeführten Empfänger zuzustellen.

Selektive Lagerhaltung

Der Grundgedanke der selektiven Lagerhaltung besteht darin, Güter nach ihrer wirtschaftlichen Lagerfähigkeit zu differenzieren. Ein Gut ist wirtschaftlich lagerfähig, wenn die Fehlmengenkosten infolge einer Nichtlagerung größer sind als die mit der Lagerung verbundenen Kosten.

Semi Knocked Down

Semi Knocked Down bezeichnet die Praxis, die für die Endprodukte benötigten Teile in einzelnen, teilweise zerlegten Bausätzen vorzuproduzieren, zu verpacken, in das Auslandsland zu versenden und erst dort fertig zu montieren.

Service-Logistik

Diese Logistik-Variante beschreibt Logistikaktivitäten in Verbindung mit Teilelieferungen vom und zum Kunden.

Shareholder Value

Der Shareholder Value gibt den Marktwert des Eigenkapitals eines Unternehmens wider. Der Shareholder Value Ansatz (entwickelt von Rappaport) als betriebswirtschaftliches Konzept zur Unternehmensbewertung ermittelt den Unternehmenswert als Summe der diskontierten zukünftigen Cash-Flows abzüglich des Marktwertes des Fremdkapitals.

Sicherheitsbestand

Der Sicherheitsbestand ist ein Warenbestand, unter welchen der Lagerbestand planerisch nie fallen sollte. Er dient zum Auffangen von mengenmäßigen und terminlichen Schwankungen der Lagerzu- und -abgänge. Die Höhe des Sicherheitsbestandes ist abhängig von der Länge der Wiederbeschaffungszeit, der Wahrscheinlichkeit von Wiederbeschaffungszeitüberziehungen und Entnahmeüberziehungen, der Lieferbereitschaft, und der Anzahl der Lager. Bei Lieferunfähigkeit entstehen Fehlmengenkosten, andererseits steigen die Lagerhaltungskosten bei höherem Sicherheitsbestand.

Single Sourcing

deutsch: Einlieferanten-Prinzip
Single Sourcing ist eine Beschaffungsstrategie. Dabei bezieht ein Hersteller seine industriellen Roh-, Hilfs- oder Betriebsstoffe von einem einzigen Lieferanten. Dementsprechend strebt der Produzent eine längerfristige Bindung zum Lieferanten an.
Zu den Vorteilen des Single Sourcing gehören mögliche mengenbezogene Preisnachlässe. Außerdem werden Kosten für die Transaktion und Abwicklung gespart. Ein Nachteil für den Hersteller ist die relative Abhängigkeit vom Lieferanten.

SKD

siehe Semi Knocked Down

Smart Labels

siehe RFID

Solution Sets

deutsch: Lösungspakete
Solution Sets sind Pakete von Kerndienstleistungen, die eine ganze Reihe von Aktivitäten entlang der Lieferkette abdecken. Lösungspakete beruhen auf standardisierten Prozessen und vorkonfigurierten Ist-Produkten.

Sourcing

deutsch: Beschaffung
Sourcing ist der Oberbegriff für Beschaffungsstrategien.

Spediteur

Der Spediteur ist ein Kaufmann, der den Versand von Gütern von A nach B organisiert. Wahlweise beauftragt er dazu einen Frachtführer oder er übernimmt die Aufgabe in Eigenregie - dann wird von einem so genannten Selbsteintritt des Spediteurs gesprochen. Der Spediteur nimmt seine Aufträge in der Regel von der Partei entgegen, die die jeweilige Fracht verschicken möchte. Zu den Aufgaben des Spediteurs gehören auch die Wahl und Kontrolle der Lagerhalter und sonstiger Dienstleister - sofern er die gewünschten Leistungen nicht selbst erbringt.

Spediteur-Übernahmebescheinigung (FCR)

Das FCR (Forwarding Agents Certificate of Receipt) ist ein dem Frachtbriefdoppel der Bahn vergleichbares Sperrpapier. Der Spediteur bescheinigt mit dem FCR, dass er die Sendung zum unwiderruflichen Transport an den genannten Empfänger bekommen hat. Widerruf ist nur gegen Rückgabe des Original-Dokuments möglich. Der Text einer Spediteur-Übernahmebescheinigung muss durch die FIATA autorisiert sein, die Frankaturvorschrift gemäß den Incoterms. Das FCR ist ein akkreditivfähiges Dokument.

Spedition

Die Spedition ist ein Unternehmen, das Abholung, Konsolidierung, Versand und Distribution von Waren übernimmt. Typischerweise übernimmt der Spediteur die Zollabwicklung der Güter, erstellt die Papiere und sorgt für Transport, Lagerung und Auslieferung.

Spekulation

Sowohl in Beschaffungs- als auch in Distributionslagern werden Lagerbestände aufgebaut, wenn man einen Anstieg der Preise für diese Güter erwartet. Das beschaffende Unternehmen möchte sich in diesem Fall noch mit Gütern zum gegenwärtig niedrigeren Preis versorgen. Der Lieferant spekuliert unter Umständen darauf, dass die Verknappung des Angebots die Preise noch höher treiben wird, so dass er die Bestände in seinem Lager hält. Spekulationen, die zu Lagerbeständen führen, beziehen sich nicht immer auf den Preis. Ganz allgemein entstehen Lagerbestände infolge von Spekulationen bezüglich der Knappheit von Gütern. Lagerbestände können so z.B. auch aus der Erwartung resultieren, dass ein Streik bei den Zulieferunternehmen die Versorgungssituation beeinträchtigen wird.

Speziallogistik

Bei der Spezial-Logistik sind logistische Dienstleistungen unter besonderen, außergewöhnlichen Bedingungen gefragt. Dafür ist logistische Expertise auf ganz bestimmten Feldern erforderlich. Beispiele sind die Frische- oder die Eventlogistik.

SRM

siehe Supplier Relationship Management

Stetigförderer

Zu den Stetigförderern zählen alle Transportmittel, mit denen Güter auf einem festgelegten und in der Regel gleich bleibenden Weg stetig in horizontaler, vertikaler oder geneigter Richtung bewegt werden. Stetigförderer können sowohl flurfrei (Lastaufnahme erfolgt durch die Deckenkonstruktion des Lagerhauses) als auch flurgebunden (Lastaufnahme erfolgt durch die Bodenkonstruktion des Lagerhauses) konstruiert werden.

Stillstandskosten

Stillstandskosten sind Kosten welche durch eine Unterbrechung des Betriebes zusätzlich anfallen (z.B. Umsatzausfall) oder zumindest nicht wegfallen (z.B. Pacht).

Straßengüterverkehr

Straßengüterverkehr beschreibt den Transport von Gütern mit Kraftfahrzeugen auf dem Verkehrsträger "Straße". In erster Linie wird zwischen dem Werkverkehr sowie Transportverkehr für das eigene Unternehmen (Straßengüternahverkehr) und dem gewerblichen Gütertransport von darauf spezialisierten Logistikdienstleistern (Straßengüterfernverkehr) unterschieden. Der gewerbliche Verkehr unterteilt sich wiederum in den Binnen-, den grenzüberschreitenden und den Transitverkehr. Wird beim Weg vom Absender zum Empfänger eine Staatsgrenze überschritten, spricht man von bilateralem Verkehr, werden mehr als eine Staatsgrenze überquert, von Transitverkehr.

Strichcode

siehe Barcode

Stückgut

Als Stückgut werden Frachtstücke mit einem Gewicht bis etwa drei Tonnen bezeichnet. Sie sind nach Menge, Volumen und Gewicht eher von kleinerem Umfang, können stückweise befördert werden und mit den üblichen Fördermitteln (z.B. Gabelstaplern, Hubwägen) bewegt werden. Charakteristisch für eine Stückgutsendung ist, dass sie das Transportmittel nicht auslastet.

Supplier Relationship Management (SRM)

Deutsch: Lieferantenbeziehungsmanagement
Das Lieferantenbeziehungsmanagement kann spiegelbildlich zum Kundenbeziehungsmanagement gesehen werden. Auch hier werden mit jedem Lieferanten Produkt- und Service Agreements (PSA) vereinbart, die die Intensität der Beziehungen festlegen. Mit wichtigen Lieferanten werden strategische Pläne ausgearbeitet, die das Produktionsflussmanagement und die Produktentwicklung unterstützen. Mit einer kleinen Anzahl strategisch bedeutender Lieferanten werden langfristige Partnerschaften eingegangen. Diese Lieferanten werden bereits früh in den Produktentwicklungsprozess eingebunden und können somit erheblich zur Verkürzung der Entwicklungszeit neuer Produkte beitragen.

Supply Chain

Als Supply Chain (Liefer- oder Wertschöpfungskette) bezeichnet man ein organisationsübergreifendes Netzwerk, welches als Gesamtsystem Güter für einen bestimmten Markt hervorbringt.
Die heutigen Supply Chains sind aufgrund der Vielzahl von beteiligten Zulieferern, Dienstleistern und Kunden – die wiederum an anderen Supply Chains beteiligt sein können – sehr komplexe, interdependente Gebilde. Treffender müsste daher eine Supply Chain, aufgrund der häufig vorkommenden netzwerkartigen Struktur der zusammenarbeitenden Unternehmen, als „Supply Network“ bezeichnet werden

Supply Chain Event Management

Die prinzipielle Idee des Supply Chain Event Managements ist es, dem Verantwortlichen für einen bestimmten Versorgungsprozess (oder auch andere Prozesse) das "Tracking & Tracing" für alle Sendungen oder alle Objekten (wie z.B. Fahrzeuge, Container) zu ersparen. Stattdessen wird dem Verantwortlichen automatisch nur dann eine Information geliefert, wenn etwas durch ein ungeplantes Ereignis (das "Event") außerplanmäßig verläuft.
Das Supply Chain Event Managements-System kann evtl. sogar Vorschläge für die Bereinigung der außerplanmäßigen Situation vorschlagen und automatisch einleiten.

Supply Chain Management

Das Supply Chain Management lässt sich vereinfacht als Abfolge oder Kette von Aktivitäten beschreiben, um Kunden und/oder Märkte erfolgreich zu bedienen - also effizienter und effektiver zu arbeiten. Zu diesem Zweck werden die Ketten in einem und zwischen Unternehmen ganzheitlich betrachtet. Durch diesen Überblick sollen sich die "Supply Chains" aktiv, durchschaubar und über verschiedene Unternehmensbereiche hinweg, gestalten lassen.
Als Supply Chains zählen einerseits die Verflechtung des Materialflusses innerhalb eines Unternehmens (z.B.: Produktion, Lagerung, Transport) sowie zwischen Unternehmen (z.B.: Milchbauer - Großhändler - Joghurthersteller - Einzelhandel - Kunde). Weitere Supply Chains im Sinne des SCM sind Informationsflüsse und Geldströme.

Systemdenken

Grundlegend für die Logistik ist das Denken in Systemen sowie die Erkenntnis, dass für die Erklärung der Ganzheit die Erklärung der einzelnen Elemente nicht ausreicht, sondern dass dazu auch die Erklärung der Beziehungen zwischen den Elementen betrachtet werden muss. Mit dem Systemdenken soll vermieden werden, dass bei logistischen Entscheidungen suboptimale Insellösungen vermieden werden. Durch die Berücksichtigung von Ressourcen- und Prozessinterdependenzen soll vielmehr eine optimale Gesamtlösung angestrebt werden.

Systemdienstleister

siehe Kontrakt-Logistik