Ladeeinheit

Wenn Güter, meist einer Sorte, zum Transport, Umschlag oder zur Lagerung auf einem Ladeträger (z.B. einer Palette) zusammengefasst sind, wird von einer Ladeeinheit gesprochen. Die Ladeeinheiten bilden die Grundlage für Transportketten; die Ladungsträger sind im Idealfall genormt.

Ladeschein

englisch: inland waterway bill of lading
Der Ladeschein ist das "Konnossement" des Flussverkehrs. Er ist eine vom Frachtführer (vom Schiffer, nicht vom Schiffseigner) ausgestellte Urkunde, die ihn verpflichtet, das Frachtgut an den legitimierten Besitzer des Scheines abzuliefern

Ladungsträger

Nach DIN 30781 dienen Ladungsträger in der Logistik zum Transport, Umschlag oder zum Schutz des Ladeguts. Ladungsträger treten sowohl in genormter als auch in spezieller Form auf.

Ladungsverkehr

Als Ladungsverkehr wird der Versand einer größeren Gütermenge eines Versenders bezeichnet, welche als geschlossene Ladung mit einem Frachtbrief aufgegeben wird. Die aufgegebene Gütermenge füllt das Transportmittel vollständig (Komplettladung) oder zumindest zu großen Teilen (Teilladung) aus.

Lager

Lager sind die Räume in einem Unternehmen, in denen sich Bestände von beweglichen Sachmitteln befinden. Das können Zwischen- und Endprodukte oder auch Ersatzteile und Grundstoffe zur Weiterverarbeitung sein. In einzelnen Fällen dienen Lager auch zur Veredelung von Produkten (Käse, Wein, Whiskey). Es gibt zahlreiche Arten von Lagern entlang der Wertschöpfungskette - hier ein paar Beispiele:
Produktionslager - Bei Unternehmen zu finden, die etwas herstellen. Sie dienen zur Lagerung von fertigen Produkten und sind direkt an die Fertigung angeschlossen.
Zentrallager - Standort, an dem Artikel unterschiedlicher Produktionsstätten zur Weiterverteilung gelagert werden.
Quarantänelager - Dort werden Materialien aufbewahrt, die noch nicht auf ihre Qualität hin geprüft wurden.
Satellitenlager - Dort werden Paletten in Kanälen auf Schienen gelagert. Spezielle Satellitenfahrzeuge transportieren die Lagerbestände von A nach B. Da nur auf die vorderste Palette zugegriffen werden kann, eignen sich diese Lager besonders für Sortimente mit hohem Umschlag und geringer Anzahl an Artikeln.

Lagerbestand

Zum Lagerbestand gehören Rohstoffe, Komponenten, unfertige Erzeugnisse und/oder Endprodukte. Der Lagerbestand bezieht sich wahlweise auf einzelne Lager, Lagerbereiche oder alle Lagerartikel eines Unternehmens.

Lagerhaltung

Lagerhaltung oder auch Bestandsmanagement befasst sich mit allen Entscheidungen, die Einfluss auf die Lagerbestände haben. Dazu gehört beispielsweise die Frage, welches Gut in welcher Menge gelagert werden soll. Ein weiterer Aspekt ist das Auffüllen der Lagerbestände und entsprechende Terminabsprachen.

Lagerhaus

Ein Lagerhaus ist ein Knoten im logistischen Netzwerk, in dem Güter vorübergehend festgehalten oder auf einen anderen durch das Netzwerk führenden Weg übergeleitet werden.
Grundsätzlich können Vorrats-, Umschlags- und Verteilungslager unterschieden werden.

Lagerplatzzuordnung

Grundsätzlich wird zwischen einer festen und einer freien Lagerplatzzuordnung, sowie der Kombination beider Varianten unterschieden. Bei der festen Lagerplatzzuordnung wird jedem Artikel ein fester Lagerort zugewiesen. Demgegenüber kann bei einer freien Lagerplatzzuordnung (auch chaotische Lagerung) jeder Artikel an jedem gerade freien Platz gelagert werden, sodass der Lagerraum optimal genutzt werden kann. Variationen sind die Querverteilung, bei der mehrere Ladeeinheiten eines Artikels über verschiedene Gänge verteilt werden sowie die freie Lagerplatzzuordnung innerhalb fester Bereiche. Bei dieser Methode werden Ladeeinheiten innerhalb vorgegebener Bereiche frei eingelagert.

Lagerproduktion

siehe Make to stock

Lagerräume, filialintern

Filialinterne Lagerräume sind Bereiche von Kaufhäusern und Läden, wo Warenbestände gelagert, außerdem die Logistik sowie Services abgewickelt werden.

Lagerschein

englisch: warehouse receipt
Wenn eine Ware eingelagert wird, bescheinigt der Lagerhalter die Übernahme des Gutes mit einem Lagerschein. Lagerhalter ist, wer gewerbsmäßig die Lagerung und Aufbewahrung von Gütern übernimmt. Die Abgabe von Order-Lagerscheinen ist den staatlich dazu ermächtigten Lagerhäusern vorbehalten. Am häufigsten verwendet wird der Namenslagerschein, der durch Abtretungserklärung (Zession) übertragbar ist. Im internationalen Handel wurde das FIATA-Warehouse-Receipt (FWR) als handelbares Dokument geschaffen.

Lagerverwaltung

Die Lagerverwaltung koordiniert die Lager- und Bewegungsprozesse, die in Lagerhausbereichen ablaufen. Die Lagerverwaltung bildet die Schnittstelle des logistischen Subsystems Lagerhaus zum logistischen Subsystem Auftragsabwicklung.

LCL

siehe Less Than Container Load

Lead Logistics Provider

siehe Fourth Party Logistics Provider

Less-Than-Container-Load (LCL)

LCL bezeichnet Teilladungen, beziehungsweise Kleinsendungen von unterschiedlichen Versendern, die entlang einer Transportkette in Transportcontainer geladen werden. An den Zielorten entladen wiederum unterschiedliche Empfänger die Güter. Der Begriff LCL stammt aus dem Containerverkehr und wird meist in Zusammenhang mit dem Transport per Schiff benutzt.

Less-Than-Truck-Load (LTL)

LTL beschreibt einen Lkw, dessen Kapazität durch seine Fracht nicht ausgeschöpft wird. LTL ist prinzipiell weniger rentabel als Full-Truck-Load, allerdings häufig nicht zu vermeiden.

Letter of Credit

siehe Dokumenten-Akkreditiv

Letzte Meile

Als letzte Meile wird der letzte Abschnitt der Absatzkette verstanden, welcher unmittelbar zum Kunden bzw. Haushalt führt.
Gerade im deutschen und europäischen Express- und Paketgeschäft ist ein ausgeprägter Wettkampf um die letzte Meile zu beobachten.

Lieferantentage

Lieferantentage sind ein typisches Instrument der Kommunikationspolitik, zu denen das beschaffende Unternehmen derzeitige und potentielle Lieferanten einlädt und mit ihnen Problemlösungsgespräche, die auch beschaffungslogistische Probleme betreffen können, führt bzw. Möglichkeiten zukünftiger Zusammenarbeit diskutiert.

Lieferbereitschaft

Die Lieferbereitschaft gibt an, inwieweit der Lieferant in der Lage ist, vom Lager zu liefern.

Lieferflexibilität

Der Grad der Lieferflexibilität orientiert sich am Auslieferungssystem des Lieferanten. Besteht die Möglichkeit auf besondere Bedürfnisse des Kunden einzugehen dann ist der Grad hoch. Im Gegensatz dazu gibt es auch Systeme bei denen sich der Kunde mit seiner Beschaffungs-Logistik nach starr vorgegebenen Regeln der Distributions-Logistik des Lieferanten zu richten hat. Die Lieferflexibilität hängt im Wesentlichen von drei Einflussfaktoren ab - Auftragsmodalitäten, Liefermodalitäten und Information des Kunden.

Lieferqualität

Die Lieferqualität beschreibt den Zustand, in dem die Waren beim Kunden ankommen. Dabei ist einerseits von Interesse, ob Art und Menge der Waren korrekt sind. Andererseits geht es um etwaige Schäden, die während des Transports entstanden sind.

Lieferservice

Unter dem Lieferservice werden logistische Dienstleistungen verstanden, die im Zusammenhang mit der Auslieferung von Waren an Kunden erbracht werden. Der Lieferservice setzt sich im Wesentlichen aus Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Lieferbereitschaft, Lieferbeschaffenheit und Lieferflexibilität zusammen.

Liefertreue

siehe Lieferzuverlässigkeit

Lieferungsbeschaffenheit

Die Lieferungsbeschaffenheit erfasst zwei Merkmale, mit denen die Qualität einer Lieferung von Kundenseite beurteilt wird: die Liefergenauigkeit und den Zustand der Lieferung.
Die Liefergenauigkeit gibt an, inwieweit die bestellten Produkte in gewünschter Art und Menge ausgeliefert werden. Der Zustand der Lieferung hängt im Wesentlichen davon ab, inwieweit die Verpackung ihre Schutzfunktion bei der Auslieferung der Güter erfüllt.

Lieferzeit

Die Lieferzeit umfasst den Zeitraum vom Auftragseingang beim Lieferanten bis zum Eingang der Waren beim Empfänger. Sie beinhaltet die Bearbeitung des Auftrags, die Kommissionierung und Ladungssicherung sowie das Verladen, den Transport und das Entladen am Zielort.

Lieferzuverlässigkeit

Die Lieferzuverlässigkeit (Liefertreue, Termintreue) beschreibt die Zuverlässigkeit (Wahrscheinlichkeit), mit der die Lieferzeit eingehalten wird. Die Lieferzuverlässigkeit hängt von zwei endogenen Einflussfaktoren ab: der Zuverlässigkeit des Arbeitsablaufs und der Lieferbereitschaft.
Die in den einzelnen Phasen der Lieferzeit anfallenden Arbeitsabläufe müssen planmäßig in der dafür vorgesehenen Zeit realisiert werden. Die Lieferbereitschaft gibt an, inwieweit die jeweils nachgefragte Menge ausgeliefert werden konnte.

LLP

siehe Lead Logistics Provider
siehe Fourth Party Logistics Provider

Local Sourcing

Unter Local Sourcing wird die regionale / lokale Beschaffung verstanden. Ziele des Local Sourcing sind die Minimierung von Transportentfernungen, Lieferzeiten, Transportkosten und Unterwegsbeständen sowie die Verbesserung der Lieferzuverlässigkeit.

Logistics Control Tower (LCT)

siehe Control Tower

Logistics Reengineering

deutsch: innerbetrieblicher Strukturwandel logistischer Abläufe
Logistics Reengineering ist die Untersuchung und Umgestaltung von logistischen Prozessen. Ziel ist die Steigerung der Leistung und die Senkung der Kosten.

Logistics Solutions

siehe Kontrakt-Logistik

Logistik

Logistik umfasst die Planung, Umsetzung und Steuerung der möglichst effizienten und kostengünstigen Beförderung und Lagerung von Gütern. Dazu gehören Rohstoffe, unfertige Erzeugnisse, Fertigprodukte und die damit verbundenen Informationen. Der Transport erfolgt im Auftrag des Kunden vom Ursprungsort zum Ort des Verbrauchs. Es ist sozusagen die Wissenschaft und Kunst, Waren und Güter in der richtigen Menge sowie in einem bestimmten Zustand zum richtigen Zeitpunkt mit möglichst geringem Kostenaufwand an den richtigen Ort zu bringen.
Mittlerweile beinhaltet Logistik neben der klassischen Lagerhaltung und dem Transport häufig auch Mehrwert-/Pre-Retailing-Services sowie IT-Lösungen in Bezug auf eingehende, abgehende, interne, internationale und reverse Logistikströme.

Logistikanbieter

Logistikanbieter oder Logistiker sind Unternehmen, die 3PL- oder 4PL-Leistungen anbieten.

Logistikcontrolling

Das Logistikcontrolling ist ein spezielles Gebiet des allgemeinen Controllings. Es dient der Unterstützung des Logistikmanagements. Zu den wichtigsten Instrumenten des Logistikcontrollings gehören Ziele und Kennzahlen, Budgets, Kosten- und Leistungsrechnung, die Balanced Scorecard, die Ökologieorientierung, Audits sowie die Systemanalyse.

Logistikkanal

Der Logistikkanal umfasst den Fluss von Gütern und Information zwischen dem Kunden und dem Lieferanten. Zusammen mit dem Akquisitionskanal bildet der Logistikkanal den Marketingkanal.

Logistikmarktplatz

Logistikmarktplätze sind elektronische Plattformen, welche den Logistikhandel im Internet effektiver, schneller und sicherer machen.
Das Angebot der Logistikmarktplätze im Internet richtet sich an Verlader, Spediteure und Frachtführer. Die wichtigste Gemeinsamkeit ist, dass der Frachtenhandel direkt online auf der Plattform stattfindet. Eine genaue Betrachtung der Systeme ergibt jedoch große Unterschiede bezüglich der Handelsprozesse, Zusatzdienstleistungen und Sicherheitsstandards.

Logistikplattform

Logistikplattformen wurden entwickelt, um unternehmensübergreifende Prozesse zu automatisieren und transparenter zu gestalten. Über Logistikplattformen können Unternehmen weltweit Logistikdaten austauschen und Anwendungen zur Auftragsabwicklung nutzen. So werden unterschiedliche Schnittstellen zwischen verschiedenen Unternehmen mit unterschiedlichen EDV-Systemen miteinander verknüpft, ohne Änderungen in den jeweiligen Programmen der einzelnen Unternehmen vornehmen zu müssen.
Die Vorteile solcher elektronischer Plattformen liegen in der unternehmensübergreifenden Vernetzung über eine neutrale Stelle, wodurch die Unabhängigkeit aller Beteiligten erhalten wird.

LTL

siehe Less Than Truck Load

Luftfracht

Luftfracht umfasst den Transport von Gütern per Flugzeug.

Luftfrachtbrief

englisch: Air Waybill
Der Luftfrachtbrief dokumentiert den Abschluss und den Inhalt eines Beförderungsauftrags im Luftverkehr.

Luftfrachtpapier

Das Luftfrachtpapier dient als Beförderungsvertrag zwischen dem Absender und dem Spediteur.