Die Konzentration auf das Wesentliche
Die globale Wirtschaft wird immer weiträumiger und stärker vernetzt. Dabei müssen Unternehmen Herausforderungen wie die Massen-Individualisierung, den zeitbasierten Wettbewerb und neue ökologische Anforderungen meistern. Schlanke, flexible Unternehmen kommen dieser Forderung am besten nach. Sie können sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und unwichtigere Aktivitäten einfach auslagern. So wird sichergestellt, dass jede Aktivität, jede Investition und jede Geschäftseinheit eines Unternehmens zur Wertsteigerung beiträgt und den Nutzen für die Teilhaber steigert. Gleichzeitig erhöht sich so auch die Anzahl an Abhängigkeiten und Schnittstellen zwischen kleineren Unternehmen und damit die Bedeutung der Logistik.
Kernkompetenzen stärken durch Outsourcing
In den letzten Jahrzehnten hat man in der wissenschaftlichen Betriebswirtschaftslehre und im Management eine wichtige Entdeckung gemacht. Es gilt nicht als Erfolg versprechend, den Herausforderungen der globalen Wirtschaft, der Massen-Individualisierung, dem zeitbasierten Wettbewerb und der neuen ökologischen Anforderungen durch zunehmend komplizierte Steuerungssysteme und komplexere Organisationseinheiten gerecht zu werden. Denn solche Systeme verursachen rapide steigende Kosten, die in vielen Fällen den angestrebten Nutzen aufzehren und sogar übersteigen, so z. B. in Form hoher Planungs- und Steuerungsaufwendungen, häufiger Systemausfälle und Folgekosten von Systemstörungen.
Als Konsequenz verstärkt sich seit den 1990er Jahren ein Trend zur Konzentration auf die Kernkompetenzen. Es werden überschaubare, schlanke, auf eine oder wenige Aufgaben fokussierte und möglichst selbst steuernde Organisationseinheiten bevorzugt. Nicht als Kernkompetenz erkannte Aktivitäten werden ausgelagert. Durch dieses Outsourcing entstehen neue Organisationen aus kleineren, einfach und ähnlich aufgebauten Modulen, die flexibel untereinander verbunden werden können. Diese Organisationen werden dabei zu leistungsstarken und kontrollierbaren Bausteinen vielgliedriger Wertschöpfungsketten, Konzernstrukturen und Volkswirtschaften der Zukunft.
Einfache und klare Strukturen im Fokus
In der Welt der Börsen und finanzwirtschaftlichen Aktivitäten zeigt sich heute, dass klare und einfache Strukturen favorisiert werden. Dort soll jede unternehmerische Aktivität, jede Investition und jede Geschäftseinheit im Sinne des "Shareholder-Value-Denkens Shareholder Value " an ihrem Beitrag zur Wertsteigerung der Produkte und anderen Outputs gemessen werden. Am Shareholder-Value-Denken Shareholder Value orientierte Börsen und Anteilseigner ziehen deshalb einfache Unternehmensstrukturen, bei denen sich Einsätze und Erträge leicht und eindeutig messen lassen, den komplexen Konzern- und Kooperationsstrukturen der 1970er und 1980er Jahre vor.
Mit der Rückkehr zu modularen Organisationsstrukturen der Wirtschaft, den so genannten "lose gekoppelten Systemen", erhöht sich so die Zahl der Schnittstellen und die Bedeutung der Koordination der Module in den Wertschöpfungsketten. Somit kommt auch der Logistik eine wichtigere Rolle zu.


