Von Staatsunternehmen zu privaten Logistikdienstleistern

Ausgehend von den angloamerikanischen Ländern wurden seit den 1980er Jahren weltweit Prozesse der Deregulierung und Liberalisierung eingeleitet, um die wirtschaftliche Effizienz zu steigern. In der Wissenschaft wurde diese Idee der weitreichenden Liberalisierung besonders durch Milton Friedman (USA) vertreten. Die Abschaffung staatlich kontrollierter Preise und Zugangsrechte führte zu einem erhöhten Rationalisierungsdruck in den liberalisierten Branchen und in der Folge zu einer Revolution der Märkte. Von der Deregulierung waren insbesondere die Transportwirtschaft sowie die Post- und Telekommunikationsdienste betroffen.

Das Ende staatlicher Kommunikations- und Verkehrsdienste

Die letzten zwei Jahrzehnte in der Logistikbranche waren gekennzeichnet von einem weltweiten Trend der Deregulierung ehemals öffentlicher bzw. staatlicher Dienste, so z. B. von Kommunikations- und Verkehrsdiensten.
Zuvor gehörte es zu einem modernen Wirtschafts- und Staatsverständnis, allen Bürgern und Unternehmen eines Landes solche Dienste in gleicher Qualität und zu gleichen Preisen anzubieten - ebenso wie die Versorgung mit Wasser und Elektrizität, Krankenhäusern und den Sicherheitsdiensten der Polizei und des Militärs. Der Staat war dabei entweder Eigentümer und Monopolist - z. B. von Postdienst-, Eisenbahn- und Flugverkehrssystemen - oder zumindest für die öffentliche Reglementierung von Tarifen, Zugangsrechten und Beförderungspflichten durch Konzessionen und Lizenzen verantwortlich.

Revolutionierung der Dienstleistungsbranchen

Schon in den 1958 verabschiedeten Römischen Verträgen zur Schaffung der Europäischen Gemeinschaft wurde festgelegt, dass solche Reglementierungen in der modernen Wirtschaft nicht erhalten bleiben sollten. Seit den 1980er Jahren haben dann die amerikanischen und englischen Regierungen unter Carter, Reagan und Thatcher energisch begonnen, Prozesse der Deregulierung und Liberalisierung einzuleiten. Mit einiger Verzögerung folgten viele andere Länder - nicht zuletzt auch Deutschland. Die damit ausgelöste Abschaffung von öffentlich festgelegten Preisen und Zugangsrechten im Bereich der Transportwirtschaft und der Post- und Telekommunikationsdienste hat seitdem eine Revolutionierung diese Dienstleistungsbranchen bewirkt.
Deutliche Preisreduzierungen für Paket- und andere Gütertransportleistungen haben dabei zu hartem Rationalisierungsdruck in diesen Märkten geführt. Traditionelle Anbieter mussten sich neu strukturieren, neue qualitative Produkte kreieren und diese aggressiv vermarkten, um überleben zu können. Denn mehr und mehr neue Anbieter mit neuen Ideen dringen in die Märkte ein.
Heutzutage etablieren sich zudem neue Geschäftsmodelle und Anbieterstrukturen wie die Kontrakt-Logistik Kontrakt-Logistik und "3PL 3PL /4PL 4PL "-Dienstleistungen. Sie schaffen neue Möglichkeiten der Rationalisierung, Qualitätsverbesserung und Flexibilisierung in den Unternehmen der Industrie und des Handels. Die moderne Logistik reagiert dabei nicht mehr nur auf die wandelnden Anforderungen der Weltwirtschaft, sie beginnt vielmehr auch selbst als Impulsgeber für Innovation zu agieren.

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