Ordnung ist die halbe Lagerplatzlogistik

In einem Lagerhaus können tausende Artikel unterschiedlichster Form und Art auf einmal gelagert werden. Um dabei den kostbaren Platz optimal zu nutzen und einen bestimmten Artikel schnell wieder zu finden, ist eine klare und koordinierte Lagerplatzzuordnung notwendig. Denn nur so kann ein Lagerhaus wirtschaftlich und effizient betrieben werden. Grundsätzlich bieten sich dazu zwei verschiedene Möglichkeiten der Lagerplatzzuordnung an: die feste Lagerplatzzuordnung und die vollständig freie bzw. chaotische Lagerplatzzuordnung.

Ein fester Platz für jeden Artikel

Eine sehr einfache Art, den Lagerplatz für einen Artikel festzulegen besteht darin, Artikel immer an ein und demselben Ort zu lagern. Charakteristisch für diese feste Lagerplatzzuordnung ist, dass die Warengruppen getrennt gelagert werden. Dies hat den Vorteil, dass Artikel einfach gefunden werden können. Somit kann auf die Waren auch zugegriffen werden, wenn die Lagerbestandsdatei ausfällt. Allerdings kann so die Auslastung der Lagerhauskapazität insbesondere bei schwankenden Lagerbeständen je Warengruppe gering sein.
Eine Variante dieser Lagerplatzzuordnung ist die Zuordnung eines Lagerplatzes innerhalb fester Bereiche. Dies kann durch eine Querverteilung oder eine freie Lagerplatzzuordnung innerhalb fester Zonen vorgenommen werden.

 

Mehrere Lagereinheiten in verschiedenen Gängen

Bei der festen Lagerplatzzuordnung besteht das Problem, dass ein Artikel nicht ausgelagert werden kann, wenn z. B. ein fest installiertes Fördermittel wie ein Regalbediengerät [Regalbediengerät] in einem Hochregallager Hochregallager ausfällt. Diesem Problem kann begegnet werden, indem mehrere Ladeeinheiten Ladeeinheit eines Artikels über verschiedene Gänge verteilt werden. Diese Querverteilung hat zudem den Vorteil, dass bei stark nachgefragten Artikeln gleichzeitig auf mehrere Gassen zugegriffen werden kann. Dazu ist ein IT-System mit einer Zuordnungsdatei erforderlich, aus der entnommen wird, an welchem Lagerplatz welcher Artikel gelagert wird. [1]

 

Fester Artikellagerort in bestimmten Zonen

Eine weitere Möglichkeit, die Lagerplätze effizient zu vergeben, ist, Warengruppen z. B. nach deren Zugriffshäufigkeit zu trennen und für die einzelnen Warengruppen vorgegebene Bereiche festzulegen. Bei dieser Zonung sollten Artikel, die häufig ein- und ausgelagert werden, nahe am Ein- bzw. Auslagerungspunkt gelagert werden. Artikel mit einem großen Volumen je Verkaufseinheit sollten hingegen entfernt vom Ein- bzw. Auslagerungspunkt gelagert werden, um die - für den Transport benötigten - Wege für möglichst viele Artikel gering zu halten. Dazu kann die Klassifizierung der Artikel mit Hilfe einer ABC-Analyse ABC-Analyse vorgenommen werden. Ein Vorteil der freien Lagerplatzzuordnung innerhalb fester Zonen liegt darin, dass die Waren häufiger umgeschlagen werden. Allerdings reduziert sich dadurch die Lagerkapazität. Zudem ist ein IT-System erforderlich, das eine effiziente Zonung vornimmt und den Lagerplatz der einzelnen Artikel verwaltet [1].

Chaotische Ordnung im Lagerhaus

Wenn es in einem Lagerhaus keine nach Güterart festgelegte Ordnung gibt, spricht man von einer freien Lagerplatzzuordnung, Einzelplatzlagerung oder chaotischen Lagerung. Dabei kann jedes Gut an jedem gerade freien Platz gelagert werden. Es wird das Ziel verfolgt, den Lagerraum optimal auszunutzen - möglichst auch bei stark schwankender Nachfrage. Da die Güter bei der chaotischen Lagerung an zufällig freien Lagerplätzen gelagert werden, ist bei einer großen Anzahl von Lagerplätzen eine elektronische Steuerung und Kontrolle der Ein- und Auslagerung erforderlich. Dies übernimmt eine elektronische Datenverarbeitungsanlage, die einem einzulagernden Gut automatisch einen Lagerplatz der erforderlichen Größe anweist. Sie registriert dabei, welches Gut in welchen Mengen an welchem Lagerplatz gelagert ist [1].

Literatur-Empfehlungen

World-Class Warehousing and Materials Handling | Frazelle 2002

Logistiksysteme | Pfohl 2004

Quellen

[1] Materialfluß und Steuerung | Eggenstein / Herbst / Jansen 1981. In: Betriebsleiter Handbuch | Volk 1981

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http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/tasks_functions/warehouse/assignment.jsp