Äußere Hülle mit funktionaler Fülle
In der Logistik ist die optimale Verpackung eines Gutes von grundlegender Bedeutung. Denn ohne sie wären viele Logistikprozesse nicht oder nur mit großem Mehraufwand durchführbar. Die Verpackung dient dabei nicht nur als Schutz für die Ware. Sie hat darüber hinaus noch viele weitere Funktionen. So informiert sie beispielsweise über den Inhalt und ermöglicht und erleichtert andere Logistikprozesse, darunter den Transport und den Umschlag sowie die Lagerung, Auftragsabwicklung und Lagerhaltung.
Keine Logistik ohne Verpackung
Die verschiedenen logistischen Funktionen der Verpackung - also Schutz, Lagerung, Transport, Information und Manipulation - sind ein hervorragendes Beispiel für die im Bereich der Logistik bestehenden Interdependenzen. Die Verpackung darf daher immer nur als Bestandteil des gesamten logistischen Systems angesehen werden. Bei ihrer Gestaltung muss dazu ein Kompromiss gefunden werden, der alle Funktionsbereiche berücksichtigt. Die richtige Gestaltung der Verpackung kann sowohl einen Beitrag zur Senkung der gesamten Logistikkosten als auch zur Erhöhung des Versorgungs- bzw. Lieferserviceniveaus leisten [1].
Neben den Logistikfunktionen muss eine Verpackung auch Produktionsfunktionen, Marketingfunktionen und Verwendungsfunktionen erfüllen. Das heißt [1]:
- Durch die Wahl einer geeigneten Verpackung kann ohne weitere zwischengeschaltete Umschlagsvorgänge direkt aus der Verpackung bzw. in die Verpackung produziert werden.
- Durch die Verpackung kann ein Produkt von Konkurrenzprodukten unterscheidbar gemacht werden. Auch als Werbeträger oder bei der Verkaufsförderung können der Verpackung wichtige Funktionen übertragen werden [2].
- Durch die zwingende Berücksichtigung ökologischer Wirkungen wird die umweltgerechte Gestaltung der Verpackung zu einer wesentlichen Anforderung. Im Idealfall soll die Gestaltung die Wiederverwendung der Verpackung beim Kunden oder die Verwendung für andere Zwecke ermöglichen.
SchutzfunktionBei einem guten Service ist es selbstverständlich, dass die bestellte Ware beim Empfänger in einwandfreiem Zustand ankommt. Die Verpackung soll das Gut dazu bei der Auslieferung gegen mechanische und klimatische Belastungen schützen. |
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LagerfunktionVon der Verpackung wird zudem verlangt, dass sie die Lagerung eines Gutes erleichtert. Die Verpackung sollte möglichst stapelbar und den Beanspruchungen in den Lagereinrichtungen gewachsen sein. Darüber hinaus sollte sie eine rationelle Lagermöglichkeit des Packmittelvorrates ermöglichen, z. B. durch zusammenlegbare Schachteln. |
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TransportfunktionDie Verpackung hat auch die Aufgabe, das Gut transportfähig zu machen und diesen Transport zu erleichtern. Ebenso sollten Verpackungsform und -abmessungen eine optimale Nutzung des Transportraumes bei möglichst geringem Gewicht der Verpackung sicherstellen. |
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ManipulationsfunktionDurch die Verpackung sollen die Güter zu Einheiten zusammengefasst werden, die ihre Handhabung beim Umschlagen und bei der Auslieferung erleichtern. Form und Abmessungen der Verpackungseinheiten müssen dabei auch den Einsatz technischer Hilfsmittel wie Gabelstapler oder Regalbedienungsgeräte ermöglichen. Wird die Ware manuell umgeschlagen, so können z. B. Grifflöcher in der Verpackung erforderlich sein. |
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InformationsfunktionDie Verpackungen sind so zu kennzeichnen, dass die enthaltenen Produkte leicht zu identifizieren sind, z. B. durch Farbe, Bilder oder Aufschriften. Zudem sind Verpackungen für zerbrechliche, verderbliche oder ähnliche Produkte, die eine besondere Behandlung bei der Auslieferung erfordern, durch Bilder, Zeichen oder Erläuterungen deutlich zu kennzeichnen. Bei einer Automatisierung von Transport- und Umschlagprozessen ermöglichen geeignete, an der Verpackung angebrachte Informationen ein automatisches Erkennen eines Produktes, z. B. durch Barcodes oder RFID-Tags. |
Logistikfunktionen der Verpackung
Quelle: Logistiksysteme | Pfohl 2004
Literatur-Empfehlungen
Logistiksysteme | Pfohl 2004
World-Class Warehousing and Materials Handling | Frazelle 2002
Quellen
[1] Logistiksysteme | Pfohl 2004
[2] Marketing | Nieschlag / Dichtl / Hörschgen 1997


