Der richtige Artikel am richtigen Ort

Jedes Unternehmen hat Artikel auf Lager, die für die Produktion besonders oft benötigt oder von Kunden bevorzugt nachgefragt werden. Ein Unternehmen muss diese Artikel kennen und seine Lagerhaltung darauf ausrichten. Es muss sich also bewusst entscheiden, welche Artikel wo gelagert werden sollen. Einerseits können so die Lagerhaltungskosten reduziert werden, andererseits wird möglichst wenig Kapital gebunden.

Die Artikellagerung nach Umsatzstärke und Wichtigkeit

Der Grundgedanke der selektiven Lagerhaltung besteht darin, Güter nach ihrer wirtschaftlichen Lagerfähigkeit zu differenzieren. Dabei bezeichnet man ein Gut als wirtschaftlich lagerfähig, wenn die Fehlmengenkosten größer sind als die Kosten, die mit der Lagerung verbunden sind [1]. Fehlmengenkosten entstehen, wenn ein Gut nicht im Lager vorrätig ist und ein Kunde das Produkt bei einem Wettbewerber kauft.
Häufig wird der Großteil des Umsatzes nur mit einer relativ kleinen Anzahl an Artikeln eines Produktprogramms erreicht. So werden nach einer Faustregel etwa 80% des Umsatzes von 20% der Artikel getragen [2]. Das Anfertigen einer Artikel-Umsatz-Statistik ermöglicht es dabei, die Artikel zu bestimmen, auf die sich der Umsatz konzentriert. Die Umsatzkonzentration kann wiederum durch eine Konzentrationskurve dargestellt werden. Bei geringen Preisunterschieden der Artikel eines Produktprogramms kann die Klassifizierung der Artikel auch nach den Absatzmengen vorgenommen werden [3].

 

ABC-Analyse

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Bei einer ABC-Analyse werden Artikel nach deren Bedeutung für den Umsatz in die drei Gruppen A, B und C eingeteilt.
Artikeln der Gruppe A wird wegen ihres bedeutenden Umsatzanteils wesentlich höhere Aufmerksamkeit geschenkt als Artikeln der Gruppe C. Denn der Lagerwert der A-Artikel ist sehr hoch und kann bei einem Auftreten von Fehlmengen mit großen Verlusten verbunden sein.
Jedoch kann es auch sinnvoll sein, einen Artikel der Gruppe C bei der Lagerhaltung vorrangig zu behandeln, z. B. dann, wenn er eine besonders kritische Rolle für den Kunden spielt. Daher muss für eine selektive Lagerung zusätzlich zum Umsatzanteil auch dieser kritische Wert bzw. Bedeutungsfaktor berücksichtigt werden [3].

 

ABCD-Politik

Die ABC-Analyse kann auch zur Ermittlung der geeigneten Lagerhaltung Lagerhaltung der Artikel an verschiedenen Auslieferungspunkten genutzt werden. So kann ein Vergleich der Lagerhaltungskostensenkung und der Transportkostenerhöhung z. B. zu der Einsicht führen, umsatzstarke Artikel am besten in mehreren Auslieferungspunkten dezentral zu lagern, umsatzschwache Artikel dagegen möglichst zentral. Die klassische Einteilung in A-, B- und C-Artikel kann hierbei um D-Artikel ergänzt werden, so dass von einer ABCD-Politik gesprochen werden kann [2]:

  • A-Artikel: Artikel sind so umsatzstark, dass es gerechtfertigt ist, sie in allen lokalen Lagern zu lagern.
  • B-Artikel: Artikel sind weniger umsatzstark und werden in wenigen, ausgesuchten regionalen Auslieferungslagern gelagert.
  • C-Artikel: Artikel werden wegen des geringen Umsatzes nur in Fabriklagern gelagert.
  • D-Artikel: Artikel haben einen so niedrigen Anteil am Umsatz, dass sie überhaupt nicht auf Lager gehalten und nur auf Bestellung hergestellt werden.


Auch hier ist der kritische Wert der Artikel zu berücksichtigen, der die ABCD-Klassen noch verändern kann. Zudem muss untersucht werden, inwieweit umsatzstarke und umsatzschwache Artikel von denselben Kunden gekauft werden.

Literatur-Empfehlungen

Best Pratice in Inventory Management | Wild 2002

Essentials of Inventory Management | Muller 2002

Fundamentals of Logistics Management | Grant / Lambert / Stock / Ellram 2005

Quellen

[1] Die Materialwirtschaft der Unternehmung | Steinbrüchel 1971
[2] Modern Logistics Management. Integrating Marketing, Manafacturing, and Physical Distribution | Magee / Copacino / Rosenfield 1985
[3] Logistiksysteme | Pfohl 2004

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http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/tasks_functions/inventories/selective.jsp