Die strategische Reserve für maximale Sicherheit
In Zeiten des Outsourcings und eng vernetzter Supply Chains kann jede noch so kleine Lieferverzögerung enorme Schäden und Kosten verursachen. Um dieses Risiko zu reduzieren und Abhängigkeiten möglichst zu vermeiden, kalkulieren Unternehmen eine Sicherheitsreserve in ihrem Lagerbestand ein. Dabei stellt sich die Frage, wie hoch diese Reserve optimalerweise sein soll. Ein Unternehmen muss dazu abwägen, was höhere Kosten verursacht: ein möglicher Fehlbestand oder der erhöhte Lagerbestand, mit dem eine Fehlmenge ausgeschlossen werden soll.
Die optimale Höhe des Sicherheitsbestandes
Im Rahmen der Vorratssicherung wird entschieden, wie hoch der Sicherheitsbestand Sicherheitsbestand sein soll, um die Summe aus Lagerhaltungskosten und Fehlmengenkosten zu minimieren. Die Höhe des Sicherheitsbestandes wird dabei von den folgenden vier Einflussfaktoren bestimmt [1]:
- Länge der Wiederbeschaffungszeit Wiederbeschaffungszeit
- Prognosefehler
- Lieferbereitschaft Lieferbereitschaft
- Anzahl der Lager
Länge der Wiederbeschaffungszeit
Je kürzer die Wiederbeschaffungszeit Wiederbeschaffungszeit für einen Lagerartikel ist, desto niedriger kann auch der Sicherheitsbestand Sicherheitsbestand sein, mit dem die voraussichtliche Nachfrage während der Wiederbeschaffungszeit befriedigt werden kann.
Eine Verkürzung der Wiederbeschaffungszeit verursacht jedoch normalerweise auch höhere Kosten im logistischen System - beispielsweise durch den Einsatz schnellerer Kommunikations- und Transportmittel. Sie ist also nur dann von Vorteil, wenn das Ansteigen der Kosten durch die Verringerung der mit dem Sicherheitsbestand verbundenen Lagerhaltungskosten mehr als ausgeglichen wird [1].
Prognosefehler
Da zwischen dem vorhergesagten und dem tatsächlichen Bedarf bzw. der Nachfrage für eine Periode meist eine Differenz liegt, entstehen zwangsläufig Fehler. So können zufällige Schwankungen in der Nachfrage z. B. zu Entnahmeüberziehungen führen und falsch eingeschätzte Wiederbeschaffungszeiten zu Wiederbeschaffungszeitüberziehungen. Die notwendigen Sicherheitsbestände können umso kleiner sein, je genauer die Bedarfs- und Nachfrageprognosen getroffen werden [1].
Lieferbereitschaft
Eine geringe Verbesserung einer bereits hohen Lieferbereitschaft Lieferbereitschaft ist mit einer unverhältnismäßig großen Erhöhung des Sicherheitsbestandes und der Lagerhaltungskosten verbunden. Denn bei einem hohen Sicherheitsbestand nimmt die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Fehlmengen bei weiterer Erhöhung des Sicherheitsbestandes nur noch geringfügig ab. Eine hundertprozentige Lieferbereitschaft kann man theoretisch nur mit einem unendlich großen Sicherheitsbestand erreichen [1].
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Anzahl der Lager
Der gesamte Sicherheitsbestand Sicherheitsbestand , der für einen Artikel gehalten werden muss, hängt auch davon ab, wie viele Lager benutzt werden, um eine gegebene Nachfrage zu befriedigen. Werden mehrere kleinere Absatzlager unterhalten, so ist die Summe der Sicherheitsbestände dort größer als der Sicherheitsbestand in nur einem großen Absatzlager.
Wird von einem Lager nur ein Kunde beliefert, so muss von dort die Spitzennachfrage dieses Kunden befriedigt werden können. Werden dagegen zwei Kunden beliefert, so ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Nachfragespitzen beider Kunden zusammenfallen. Im Lager muss dann lediglich eine Spitzennachfrage befriedigt werden können, die niedriger ist als die Summe der Spitzennachfragen beider Kunden [1].
Allgemein lässt sich die Wirkung einer Erhöhung der Anzahl der Lager auf den Sicherheitsbestand durch folgende Formel abschätzen [2]:
Literatur-Empfehlungen
Best Pratice in Inventory Management | Wild 2002
Essentials of Inventory Management | Muller 2002
Fundamentals of Logistics Management | Grant / Lambert / Stock / Ellram 2005
Quellen
[1] Logistiksysteme | Pfohl 2004
[2] Physical Distribution Management. Logistics Problems of the Firm | Bowersox / Smykay / LaLonde 1968




