Die große Flexibilität beim Transport von Ort zu Ort
Die große Vielfalt an Gütern in den heutigen Zeiten erfordert von den Transportdienstleistern eine besondere Flexibilität. So müssen z. B. große Kies- und Mineralölladungen ebenso transportiert werden wie Sammelladungen von Paketen. Transportdienstleister wählen deshalb unterschiedliche Verkehrsmittel und je nach Schwerpunktlegung und Ausrichtung auch unterschiedliche Geschäftsmodelle.
Die Lieferung durch Sammelgut- und Ladungsverkehr
An den Transport werden z. B. durch unterschiedliche Transportentfernungen und -zeiten sowie ungleiche geografische Einflüsse besonders vielfältige Anforderungen gestellt. Die Transportbranche reagiert darauf mit einer Vielzahl unterschiedlicher Verkehrssysteme. Diese reichen vom Straßengüter- [Straßengüterverkehr], Schienengüter- [Schienengüterverkehr] und Rohrleitungsverkehr Rohrleitungsverkehr auf dem Landweg über die Binnenschifffahrt und den Seeverkehr auf dem Wasserweg bis zum Luftverkehr.
Die Transportleistungen lassen sich allgemein nach Ladungsverkehr und Sammelgutverkehr unterscheiden. Beim Ladungsverkehr werden Güter in größerer Menge versendet. Dabei füllt die aufgegebene Gütermenge das Transportmittel entweder als Komplettladung vollständig oder als Teilladung zu großen Teilen aus. Beim Sammelgutverkehr dagegen werden mehrere kleinere Sendungen zu einer Sammelladung zusammengefasst und transportiert.
Typisch für den Straßengüterladungsverkehr ist das Befördern so genannter Massengüter. Für deren Transport sind Spezialfahrzeuge bzw. spezielle Auflieger für Kies, Sand, Kohle oder Mineralöl erforderlich. Eine Besonderheit dieser Transportdienstleistung ist der - in den meisten Fällen - nicht vermeidbare Bereitstellungsverkehr Bereitstellungsverkehr und Rücklaufverkehr [Rücklaufverkehr]. Das heißt, das Fahrzeug steht normalerweise nicht direkt am Liefer- oder Empfangspunkt. Im ungünstigsten Fall muss es deshalb zunächst leer zur Beladung am Lieferpunkt und dann nach der Entladung am Empfangspunkt wieder leer zurück zum Standort fahren.
Sammelladungen im Straßengüterverkehr [Straßengüterverkehr] werden als Speditionssammelgutverkehr bezeichnet. Dabei werden Sendungen in Kleingut mit einer Gewichtsobergrenze von etwa 30 kg und Stückgut [Stückgut] mit einer Gewichtsobergrenze von etwa zwei Tonnen unterschieden. Im Sammelgutverkehr ist eine Zustellung innerhalb von 24 Stunden ein marktübliches Ziel. Typisch ist dabei der Aufbau einer dreigliedrigen Transportkette Transportkette - bestehend aus dem Nahverkehr, dem Umschlag an der Speditionsniederlassung, dem weiteren Transport per Fernverkehr und der Zustellung vor Ort durch die erneute Inanspruchnahme von Nahverkehrsmitteln. Ein besonders effizienter Sammelgutverkehr lässt sich durch den Aufbau von Depot- oder Hub-and-Spoke-Netzwerken erzielen. In einem Depot Depot -Netzwerk wird dazu jeweils eine Region durch ein Depot mit Sammel- und Verteilverkehren erschlossen. In Hub-and-Spoke-Netzwerken Hub-and-Spoke-System werden einzelne Sendungen zumeist über Nacht aus den einzelnen Regionallagern in ein zentrales Umschlagdepot - den Hub - transportiert. Der Sortiervorgang kann daher im Hub Hub gebündelt werden [1, 2, 3].
Der Aufbau einer Transportkette
Um ein Gut von seinem Herstellungsort zu seinem Verwendungsort zu bewegen, sind meist mehrere Vorgänge notwendig - der Transport, der Umschlag, das Lagern und dann wieder der Transport. Diese Vorgänge lassen sich unter dem Begriff Transportkette zusammenfassen. Anders ausgedrückt ist eine Transportkette die Folge von technisch und organisatorisch verknüpften Vorgängen, bei denen Güter oder Personen von einer Quelle zu einer Senke bewegt werden.
Transportketten können dabei ein- oder mehrgliedrig aufgebaut sein. In einer eingliedrigen Transportkette sind Liefer- und Empfangspunkt im ungebrochenen Verkehr oder Direktverkehr ohne Wechsel des Transportmittels unmittelbar miteinander verbunden. In einer mehrgliedrigen Transportkette { Kombinierter Verkehr} findet dagegen ein Wechsel des Transportmittels bei der Verbindung von Liefer- und Empfangspunkt statt. Der Aufbau einer Transportkette für den Güterfluss muss durch den Aufbau einer entsprechenden Dokumentationskette für den Informationsfluss begleitet werden [1, 2].
Die vielfältigen Akteure der TUL-Logistik
Das Geschäft der TUL-Logistik wird durch sehr unterschiedliche Unternehmen wahrgenommen. Dabei unterscheiden sich die Geschäftsmodelle der Unternehmen je nach der Art der Spezialisierung teilweise erheblich. Die wichtigsten TUL-Unternehmensformen werden nachfolgend dargestellt.
Nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches (HGB) versteht man unter einer Spedition ein Unternehmen, das den Transport eines Gutes organisiert, diesen jedoch nicht selber ausführen muss.
Von der Spedition abzugrenzen ist der Frachtführer bzw. Transporteur. Dieser Begriff ist ebenfalls gesetzlich definiert. Er umfasst alle Unternehmer, die durch einen Frachtvertrag verpflichtet sind, ein Gut an einen Bestimmungsort zu überbringen und an den Empfänger zu übergeben. Zu den Frachtführern gehören LKW-Transportunternehmer, Binnenschifffahrtsreedereien, Eisenbahngesellschaften oder Fluggesellschaften.
Lagerhalter bzw. Lagereien übernehmen gewerbsmäßig die Lagerung und Aufbewahrung von Gütern.
Im allgemeinen Sprachgebrauch weicht gerade das Verständnis einer Spedition von der genannten Definition ab. Unter einer Spedition werden dabei Unternehmen verstanden, deren Unternehmenszweck in dem Transport und unter Umständen in der zusätzlichen Lagerung von Gütern besteht. Grund für dieses Missverständnis ist, dass in einem Unternehmen häufig Spediteur, Frachtführer und Lagerhalter vereint sind.
Private oder von der öffentlichen Hand betriebene Umschlagsunternehmen bieten ihre Leistungen anderen Logistikunternehmen sowie der verladenden Wirtschaft an. Die Umschlagsunternehmen umfassen u. a. Container Container -Terminals, Luftfracht Luftfracht -Terminals und Paketumschlagstellen.
Aus Effizienzgründen werden so genannte Logistikzentren als Knotenpunkte der Transportketten etabliert. Diese fassen Transport- und andere logistische Dienstleistungen eines oder mehrerer Logistikunternehmen in einem Wirtschaftszentrum zusammen. Die wichtigsten Ausprägungsformen sind dabei das Güterverteilzentrum [Güterverteilzentrum] und das Güterverkehrszentrum [Güterverkehrszentrum] [1].
Literatur-Empfehlungen
Logistiksysteme | Pfohl 2004
Handbook of Logistics and Supply-Chain Management (Handbooks in Transport) | Brewer / Button / Hensher 2001
Netzwerke in der Transportlogistik | Pfohl / Gomm / Hofmann 2003
Quellen
[1] Logistiksysteme | Pfohl 2004 [2] Handbuch der Verkehrslogistik | Buchholz / Clausen / Vastag 1998 [3] Netzwerke in der Transportlogistik | Pfohl / Gomm / Hofmann 2003
[2] Handbuch der Verkehrslogistik | Buchholz / Clausen / Vastag 1998
[3] Netzwerke in der Transportlogistik | Pfohl / Gomm / Hofmann 2003




