Der weite Weg vom Sender zum Empfänger

Die Bananen wachsen in der Karibik. Die neue Jeans wird in Südostasien gefertigt, die moderne Digitalkamera in Japan entwickelt. Doch bis zu den Kunden ist es ein weiter Weg. Häufig muss ein Produkt in kurzer Zeit tausende von Kilometern überwinden, um in die Hände des Konsumenten zu gelangen. Dazu werden zahlreiche Akteure in einer großen Logistikkette benötigt, die die logistischen Kernprozesse Transport, Umschlag und Lager effizient beherrschen. Daher stecken beispielsweise im Verkaufspreis einer Banane fast 50 Prozent Logistikkosten.

Inhalt und Ausmaß der TUL-Logistik

115 000 km lang sind alle Container Container der Welt in einer Reihe.
15 000 km lang sind alle täglich in Deutschland verkehrenden LKW in einer Reihe.
1 765 140 km lang sind alle Autobahnen, National- und Regionalstraßen in der EU.
3 000 000 000 000 km groß ist das Transportvolumen in den EU-15-Mitgliedstaaten.

 

Das Geschäftsmodell der TUL-Logistik

Transport, Umschlag und Lager - kurz TUL - sind die Kernprozesse der Logistik. Unter TUL-Logistik versteht man die operativen Aktivitäten des Transportierens, des Umschlagens, der Kommissionierung Kommissionierung und des Lagerns.
TUL-Anbieter lösen im Auftrag ihrer Kunden Transportprobleme, indem sie Waren von A nach B befördern und diese gegebenenfalls auch lagern. Zur effizienten Abwicklung der TUL-Leistungen nutzen die Anbieter häufig transportlogistische Netzwerke, in denen die Gütermengen zusammengefasst, umgeordnet und aufgelöst werden. Dabei ist es generell das Ziel, räumliche und zeitliche Distanzen zwischen dem Ort, an dem Güter entstehen und dem Ort, an dem sie gebraucht werden, zu überwinden.

 

Transport

Der Transport von Gütern dient dazu, den Ort eines Gutes zu verändern. Güter werden dazu von einer Quelle zu einer Senke befördert. Erst durch die Verfügbarkeit des Gutes an der Senke wird der eigentliche Nutzen der Transportsysteme erbracht. Die Art des Transportes hängt dabei erheblich von wirtschaftlichen und zeitlichen Faktoren sowie von der Art des zu transportierenden Gutes ab.

Umschlag

Um einen effizienten Transport zwischen zwei getrennten und unter Umständen weit auseinander liegenden Orten zu gewährleisten, sind in der Regel verschiedene Transportmittel erforderlich, z. B. Schiff, LKW und Bahn. Dabei wird der Wechsel der Transportmittel als Umschlagen bezeichnet. Mit diesem Wechsel sind häufig unterschiedliche Anforderungen an die Größen, Mengen und Zusammenstellungen von Güterpaketen verbunden. Daher umfasst der Umschlag auch das Zusammenfassen, Auflösen und Sortieren von Gütern, um einen möglichst effizienten Transport sicherzustellen [1, 2].

Lagern

Mithilfe von Lagern soll die Zeit zwischen dem Zu- und Abgang eines Gutes überbrückt werden. Dies kann z. B. sinnvoll sein, um Angebot und Nachfrage auszugleichen oder sich vor Unsicherheiten zu schützen. Zudem können so Unterschiede in der Zusammensetzungsstruktur zwischen Zu- und Abgang behoben werden. Der Nutzen der Lagerung wird somit durch die Verfügbarkeit des Gutes zu einem anderen Zeitpunkt erbracht [2].

Der Markt der TUL-Logistik

Nach den Daten der IATA International Air Transport Association -Statistik in 2006 werden 28,8 Prozent des Luftfrachtmarktes von den sechs größten Anbietern kontrolliert. 71,2 Prozent entfallen auf kleinere, eher regional ausgerichtete Anbieter. Für die Folgejahre wird bei DHL Global Forwarding ein Anstieg um 6 bis 7 erwartet [3].

Den IATA-Statistiken zufolge ist der Seefrachtmarkt ähnlich fragmentiert wie der Luftfrachtmarkt. Rund 70,4 Prozent des Marktvolumens entfallen auf kleinere, regionale Anbieter, während die vier größten Anbieter 29,8 Prozent des Marktes unter sich aufteilen. Der weltweit größte Seefrachtanbieter ist DHL Global Forwarding mit 9,2 Prozent Marktanteil. Hauptwachstumstreiber des Seefrachtverkehrs ist die zunehmende globale Verknüpfung von Wertschöpfungsketten und Handelsströmen, vor allem bezüglich des Handels von Gütern aus Asien. Die dynamischste Entwicklung verzeichnet der Containerverkehr mit hohen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren. Bei DHL Global Forwarding werden jährliche Zuwachsraten von 6 bis 7 Prozent erwartet [3].

Literatur-Empfehlungen

Integrierte Materialwirtschaft und Logistik | Wannenwetsch 2004

World-Class Warehousing and Materials Handling | Frazelle 2002

Handbook of Logistics and Supply-Chain Management (Handbooks in Transport) | Brewer / Button / Hensher 2001

Quellen

[1] Materialflußsysteme | Jünemann / Schmidt 2000
[2] Transport- und Lagerlogistik | Martin 2006
[3] DHL Corporate Development | September 2007

Bookmark diese Seite

digg technorati delicious propeller misterwong facebook

URL zu diesem Artikel

http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/services/tts/tts_definition.jsp