Frische Ideen für Produkte aus der ganzen Welt
Jeder Einwohner in Deutschland verspeist durchschnittlich zwölf Kilogramm Bananen pro Jahr. Mit jährlich über einer Million Tonnen importierter Bananen ist Deutschland der größte Bananenimporteur Europas. Die Bananen müssen maximal 24 Stunden nach der Ernte in Südamerika auf ein Schiff verladen werden. Es folgt eine 12- bis 14-tägige Verschiffung zum Umschlagshafen in Bremerhaven oder Hamburg. Dann werden sie zur Reiferei transportiert, in der die grün geernteten Früchte ihre gelbe Farbe entwickeln. Über Distributionszentren gelangen die Bananen schließlich zu den Einzelhändlern. Es sind also komplexe und anspruchsvolle logistische Prozesse notwendig, um Frischeprodukte aus der ganzen Welt nach Deutschland zu importieren. Neue Technologien und zentrale Umschlagsplätze helfen dabei.
Eine durchgängige Kühlkette als größte Herausforderung
Damit die Früchte reif bei den Verbrauchern ankommen, ist eine durchgängige Kühlkette erforderlich. Immer dort, wo Güter von einer Hand an die andere weitergereicht werden, ist dies von besonderer Bedeutung. Neue Technologien wie RFID Radio Frequency Identification können helfen, die logistischen Prozesse zu vereinfachen. Es muss z. B. nicht mehr geprüft werden, wie die Mindesthaltbarkeit ist. Man weiß genau, welche Güter aus dem Lager zuerst entnommen werden sollen. First-in-First-Out ist für verderbliche Güter sekundär. So können z. B. Erdbeeren, die heute geerntet werden, durchaus eine bessere Lagerfähigkeit haben als Erdbeeren, die morgen geerntet werden. RFID-Tags können diese Informationen speichern. Dabei ist der Einsatz von RFID zunächst auf Ebene der Paletten Palette interessant, weil es momentan noch zu teuer ist, jede einzelne Einheit mit einem RFID-Tag auszustatten [1].
Flughäfen als zentrale Umschlagsplätze für verderbliche Waren
Die verstärkte Reiselust der Menschen aus westlichen Ländern führt dazu, dass immer mehr exotische Produkte nachgefragt werden. Viele der Frischeprodukte wie Früchte werden deshalb aus fernen Ländern per Luftfracht Luftfracht importiert. Flughäfen sehen daher auch durch den Aufbau von Infrastrukturen für den Umschlag verderblicher Güter Wachstumschancen. So werden an vielen internationalen Flughäfen derzeit so genannte „Perishable Center“ aufgebaut, an denen verderbliche Güter umgeschlagen werden - am Münchener Flughafen entsteht derzeit z. B. das nach Frankfurt zweite Perishable-Zentrum in Deutschland.
Am Frankfurter Flughafen wurden im Jahr 2006 insgesamt 140.000 Tonnen verderbliche Güter umgeschlagen. Allein 20 Prozent davon waren Fisch. Auch an internationalen Flughäfen entstehen solche Zentren. So eröffnete im Jahr 2006 das „Dubai Flower Center“, in dem auf 30.000 Quadratmeter verderbliche Güter bei unterschiedlichen Temperaturen gelagert und weiterverarbeitet werden können. Auch Indien investiert in ein „Center for Perishable Cargo“[2].
Quellen
[1] Menschen wollen mehr exotische Produkte | Helms 2007. In: In: DVZ Sonderbeilage Lebensmittel- und Frischetransporte
[2] Alles unter Temperaturkontrolle | Grund-Ludwig 2007. In: DVZ Sonderbeilage Lebensmittel- und Frischetransporte zu DVZ 61(2007)17


