Leistungsstarke Dienste mit zusätzlichen Services
Auf dem Briefmarkt ist einiges in Bewegung. Mittlerweile bevölkern gelbe, grüne und orange Briefträger mit ihren Fahrrädern die Gehwege und Straßen der Innenstädte in Deutschland. Neben der traditionellen Briefkommunikation werden dabei auch Leistungen wie Direktmarketing und das Zustellen von Zeitungen und Zeitschriften angeboten. Zudem werden bei dem steigenden Wettbewerb der Anbieter serviceorientierte Zusatzleistungen immer wichtiger.
Inhalt und Ausmaß der Brief-Dienste
17 000 000 000 Briefe bis 1000g wurden 2005 in Deutschland versendet.
10 000 000 000 € hoch war der Umsatz auf dem deutschen Briefmarkt im Jahr 2006.
263 Briefsendungen versendet jeder Einwohner in Deutschland durchschnittlich im Jahr.
95 Prozent der in Deutschland verschickten Briefe kommen am nächsten Tag an - im Vergleich zu nur 76 Prozent im Jahr 1991.
Briefsendungen sind allgemein adressierte schriftliche Mitteilungen. Grundsätzlich lässt sich der Markt in die drei Segmente Briefkommunikation, Direktmarketing und Presse-Distribution Distribution aufteilen.
Im Segment Briefkommunikation werden Briefprodukte für Privat- und Geschäftskunden befördert - vom Standardbrief bis zur Warensendung. Eine Briefsendung kann außerdem national und international sein. Darüber hinaus werden Zusatzleistungen wie die Nachnahme Nachnahme und das Einschreiben angeboten.
Mit den klassischen Instrumenten des Direktmarketings bieten viele Postunternehmen Geschäftskunden die Möglichkeit an, ihre Kunden gezielt anzusprechen. Dazu werden Infobriefe, Kataloge und Prospekte adressiert oder nicht adressiert versendet. Als Zusatzleistung wickeln Postunternehmen zudem Werbekampagnen für die Geschäftskunden ab.
Auch die Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften zählt zu den Brief-Diensten - sie wird als Presse-Distribution Distribution bezeichnet. Die Zustellungen müssen dazu flächendeckend und taggenau erfolgen, wobei zwischen der Herstellung und der Zustellung nur wenige Stunden liegen können. Heutzutage wird die Presse-Distribution vorwiegend von werbenden Unternehmen genutzt, die Kundenzeitschriften herausgeben und auf diese Weise verteilen - außerdem aber auch von Verlagen zur Verteilung abbonierter Zeitschriften und Zeitungen.
Da der traditionelle Briefmarkt im Wandel ist, müssen Postunternehmen innovativ bleiben und ihren Privat- und Geschäftskunden besondere Mehrwerte und Services anbieten. Brief-Dienste beschränken sich deshalb nicht nur auf das Senden von Briefen von A nach B. Vielmehr ist es wichtig geworden, die steigenden Kundenwünsche mit neuen Services zu erfüllen [1, 2].
Der Markt der Brief-Dienste
Der Briefmarkt unterliegt in vielen Ländern noch immer einem Postmonopol. Deutschland nimmt mit seinem seit dem 1. Januar 2008 vollständig liberalisierten Postmarkt die Rolle des Vorreiters ein. In vielen anderen Ländern hingegen hat in der Regel ein Postunternehmen das Monopol, z. B. „PPT La Poste“ in Frankreich, „An Post“ in Irland, „Poste Italiane“ in Italien, „Österreichische Post AG“ in Österreich, „Schweizerische Post“ in der Schweiz, „Posta Romana“ in Rumänien und „Potschta Rossii“ in Russland. Im grenzüberschreitenden Briefverkehr waren DPWN und UPS im Jahr 2005 die führenden Anbieter mit Direktverbindungen in mehr als 200 Ländern [1].
Langfristig wird jährlich ein Volumenrückgang um 3 Prozent prognostiziert, da elektronische Kommunikationsformen wie E-Mail und SMS den Brief zunehmend ersetzen.
Literatur-Empfehlungen
Briefpoststrategien in Europa | Schwarz 2004
Quellen
[1] Deutsche Post World Net (DPWN)
[2] Handbuch der Verkehrslogistik | Buchholz / Clausen / Vastag 1998



