Die Konzentration auf das Kerngeschäft

Durch die Inanspruchnahme von Kontraktlogistik-Dienstleistungen können sich auftraggebende Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die logistische Effizienz durch eine Nutzung von Skalen- und Lernkurveneffekten steigern. Dabei ist es jedoch wichtig, auch die persönlichen Belange der Mitarbeiter zu berücksichtigen, die zuvor im Logistik-Bereich gearbeitet haben. So gibt es z. B. Strategien, ganze Bereiche inklusive der Mitarbeiter auf einen Dienstleister zu übertragen.

Vom Outsorcing zur Kontrakt-Logistik

Das Angebot passgenauer, auf den Verlader Verlader zugeschnittener Leistungsangebote ermöglicht es Industrie- und Handelsunternehmen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren.
Durch das Outsourcing Outsourcing werden Skalen- Economies of Scale und Lernkurveneffekte ausgenutzt, die eine Effizienzsteigerung der outgesourcten Bereiche bewirken. Empirische Studien zeigen, dass Unternehmen dabei vor allem die Reduktion von Logistikkosten, die Erhöhung der Flexibilität, die Verbesserung des Services und die Möglichkeit zur Konzentration auf Kernkompetenzen schätzen. Als potenzieller Nachteil wird jedoch der Kontrollverlust über den Logistikbereich gesehen, da dieser für die Kundenzufriedenheit sehr relevant ist.
Diesen Befürchtungen kann durch langfristige, strategische Partnerschaften zwischen dem Kunden und seinem Logistikdienstleister entgegengewirkt werden. Die Kontrakt-Logistik ist als Ausprägungsform einer solchen Partnerschaft zu verstehen [1].

 

Der Umgang mit Mitarbeitern

Ein bisher nur unzureichend behandeltes Thema bei der Vergabe von Kontrakt-Logistikdienstleistungen ist der Umgang mit Mitarbeitern des Verladers Verlader . Die Mitarbeiter, die für die nun ausgelagerten Leistungen verantwortlich waren, müssen entweder in anderen Bereichen eingesetzt oder sogar entlassen werden. Beide Maßnahmen sind sehr kostenintensiv. Auf Auftraggeberseite reift daher die Strategie, ganze Bereiche inklusive der Mitarbeiter im Rahmen eines Betriebsübergangs auf einen Dienstleister zu übertragen. Dies birgt aber zum einen Kosten- und Personalstrukturrisiken, zum anderen kann der Widerstand der Belegschaft zu erheblichen Problemen führen. Daher ist ein stringentes und umfassendes Projektmanagement nötig, das sich nicht nur auf technische und finanzielle Aspekte des Übergangs beschränkt, sondern auch die persönlichen Belange der Mitarbeiter miteinbezieht [2].

Kontrakt-Logistik und Supply Chain Management

Im Allgemeinen wird unter Supply Chain Management Supply Chain Management die Integration aller wichtigen Geschäftsprozesse entlang einer Supply Chain Supply Chain verstanden. Dabei werden sowohl innerhalb der jeweiligen Unternehmen als auch zwischen den einzelnen Unternehmen der Supply Chain Synergieeffekte erzielt. Eine zentrale Zielsetzung ist die Kundenorientierung [3].
Zwischen Unternehmen in der Supply Chain entwickeln sich partnerschaftliche Beziehungen. Im Rahmen des Supply Chain Managements sollen so durch eine gesamtheitliche Betrachtung der Güter-, Informations-, Finanz- und Rechteströme die Logistikleistungen auf allen Stufen innerhalb der Versorgungskette verbessert werden. Oberstes Ziel ist dabei immer eine Effizienzsteigerung der gesamten Supply Chain.
Aus den Ausführungen wird deutlich, dass die Konzepte der Kontrakt-Logistik und des Supply Chain Managements weitreichende Überschneidungen aufweisen. So lassen sich durch eine entsprechende Vergabe der logistischen Leistungen an einen Kontraktdienstleister die genannten Güter-, Informations-, Finanz- und Rechteströme entlang der Wertschöpfungskette optimieren - angefangen beim Rohstofflieferanten über den Zulieferer bis zum Produzenten, den absetzenden Händlern und schließlich dem Kunden.

Die Betreibermodelle in der Kontrakt-Logistik

Betreibermodelle legen fest, wie und in welchem Umfang Leistungen von einem Auftraggeber an einen Dritten abgegeben werden, also z. B. von einem Automobilhersteller an einen Logistikdienstleister. Die Betreibermodelle in der Kontrakt-Logistik sprechen dabei primär die finanziellen Aspekte im Supply Chain Management Supply Chain Management an.
Unternehmen stellen sich zunehmend die Frage, ob es sinnvoll ist, selbst Anlagevermögen wie Logistikimmobilien zu besitzen und zu betreiben. Eine Alternative bietet die „Off-Balance“-Finanzierung. Dabei finanziert ein Logistikdienstleister den Betrieb eines Lagers. Gegebenenfalls unterstützt auch ein weiterer Finanzdienstleister als Investor den Bau der Immobilie. Diese kann dann flexibel an Interessenten verleast werden.
Ein übliches Betreibermodell ist Pay-on-Production. Der Betreiber übernimmt dabei die Planung und Finanzierung sowie den Aufbau und Betrieb einer beliebigen Anlage. Bei einem produzierenden Unternehmen kann dies z. B. eine Produktionsanlage sein, im Bereich der Logistikbranche kommen dafür Umschlagzentren in Betracht. Die Bezahlung durch den Auftraggeber erfolgt dann in Abhängigkeit von der in Anspruch genommenen Leistung - beispielsweise von einer produzierten Stückzahl auf einer Maschine. Pay-on-Production ist häufig in der Automobilindustrie anzutreffen. Hier übernehmen Logistikdienstleister einzelne Schritte der Produktion von Fahrzeugen oder Fahrzeugkomponenten und stellen dafür Maschinen nach dem Pay-on-Production-Modell zur Verfügung [4].

Literatur-Empfehlungen

Handbuch Kontrakt-Logistik | Stölzle / Weber / Hofmann / Wallenburg 2007

Quellen

[1] Motive für das Outsourcing komplexer Logistikdienstleistungen | Kersten / Koch 2007. In: Handbuch Kontraktlogistik | Stölzle / Weber / Hofmann / Wallenburg (Hrsg.)
[2] Implementierung von Kontraktlogistiklösungen - Projektanlauf und Gestaltung von Betriebsübergängen | Prockl / Rudolph 2007. In: Handbuch Kontraktlogistik | Stölzle / Weber / Hofmann / Wallenburg (Hrsg.)
[3] Supply Chain Management. Implementation issues and research opportunities | Lambert / Copper / Pagh 1998. In: The International Journal of Logistics Management 9(1998)2
[4] Betreibermodelle - Eine neue Outsourcingstrategie? | Wildemann 2004

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