Die individuellen Leistungspakete für spezielle Kunden
Die Kontrakt-Logistik bündelt viele logistische Funktionen zu einem komplexen Leistungspaket, das sich ganz individuell an den Wünschen und Anforderungen eines Auftraggebers orientiert. Auch Handys gelangen beispielsweise auf diesem Weg in die Verkaufsläden. Im angloamerikanischen Raum werden Anbieter dieser Leistungen auch als Third Party Logistics Provider oder kurz 3PL bezeichnet. Sie kümmern sich beispielsweise um alles, damit Handys in die Verkaufsläden gelangen. Dazu muss der Kontraktlogistiker für den Mobilfunkbetreiber zahlreiche wichtige Aufgaben übernehmen, u. a. diese: den Bestelleingang managen, georderte Handys verpacken und adressieren, Sonderangebotspakete für den Handel zusammenstellen, Retouren, Bezahlung und Zollangelegenheiten regeln und Reparaturen abwickeln.
Inhalt und Ausmaß der Kontrakt-Logistik
192 700 000 000 € stark ist das Volumen des globalen Marktes für Kontrakt-Logistik.
134 000 Transaktionen fanden in der europäischen Konsumgüter-Kontrakt-Logistik im Jahr 2004 statt.
10 % hoch ist das weltweite Wachstum der Kontrakt-Logistik.
Das Geschäftsmodell der Kontrakt-Logistik
Kontrakt-Logistikanbieter fassen mehrere logistische Funktionen zu einem Leistungspaket erhöhter Komplexität zusammen, das speziell an die Bedürfnisse des Auftraggebers bzw. Verladers Verlader angepasst wird. Dabei gehen die logistischen Leistungen über den Transport, das Lagern und die Auftragsabwicklung Auftragsabwicklung hinaus.
Kontrakt-Logistiker nehmen zu diesem Zweck häufig kundenspezifische Investitionen in nicht unerheblichem Maße vor. Sie entwickeln aber auch ein erhebliches branchen- und kundenspezifisches Know-how. Die angebotenen Logistikdienstleistungen sind dabei durch einen mindestens einjährigen, meistens mehrjährigen schriftlich fixierten Vertrag bzw. Kontrakt zwischen Auftraggeber und Dienstleister abgesichert. Die Kontrakt-Logistik differenziert sich somit deutlich von einer nur transaktionsbasierten Geschäftsbeziehung, die jederzeit abgebrochen werden kann.
Das Geschäftsvolumen überschreitet dabei oft einen erheblichen Mindestumsatz, z. B. 0,5-1 Millionen € pro Jahr. Häufig besteht bei der Preiskalkulation eine „Open-book-policy“. Das heißt, die zugrunde liegenden Daten für die Berechnung der Vergütung sind für beide Partner offen einsehbar. Dadurch kann das Risiko für den Logistikdienstleiser und dessen Kunden reduziert werden. [1].
Die Begriffe Kontrakt-Logistik, 3PL, 4PL und LLP
Anbieter von Kontrakt-Logistik bzw. Systemdienstleistungen oder Logistik-Solutions werden im angloamerikanischen Bereich häufig auch als Third-Party-Logistics-Provider (3PL) oder Full-Service-Provider bezeichnet.
Von diesem Begriff abzugrenzen sind Fourth-Party-Logistics-Provider (4PL), die sich auf einen administrativen Schwerpunkt konzentrieren und damit Beratungsdienstleistungen anbieten. Lead-Logistics-Provider (LLP) übernehmen die Koordination mehrerer einzelner Logistikdienstleister und bilden damit eine einheitliche Schnittstelle zum Kunden. Auch sie verfügen aber zumeist nicht über eigene Logistikressourcen und grenzen sich damit von konventionellen Kontrakt-Logistikanbietern ab [1].
Der Markt der Kontrakt-Logistik
Der Kontrakt-Logistikmarkt ist extrem fragmentiert. In 2006 wurde der weltweit größte Anteil von DHL Exel Supply Chain mit 6,2 Prozent gehalten, alle weiteren großen Anbieter kamen lediglich auf Marktanteile zwischen ein und zwei Prozent. Die starke Zersplitterung des Marktes ist darauf zurückzuführen, dass für das erfolgreiche Angebot von Kontrakt-Logistikdienstleistungen ein erhebliches branchenspezifisches Know-how aufgebaut werden muss. Eine Differenzierungs- und Nischenstrategie erscheint daher in diesem Markt als höchst Erfolg versprechend. Aufgrund der geringen Marktanteile sind kleine und mittlere Unternehmen in dem Bereich der Kontrakt-Logistik weit erfolgreicher als in den traditionellen Bereichen der TUL-Logistik [2].
Literatur-Empfehlungen
Handbuch Kontrakt-Logistik | Stölzle / Weber / Hofmann / Wallenburg 2007
Quellen
[1] Markt für Kontraktlogistik - Volumen und Entwicklung in Europa | Klaus 2007. In: Handbuch Kontraktlogistik | Stölzle / Weber / Hofmann / Wallenburg (Hrsg.)
[2] DHL Corporate Development | September 2007




