Von den Lieferanten ins Unternehmen

Die Anwendung logistischer Konzepte auf die Beschaffung wird Beschaffungs-Logistik genannt. Sie umfasst alle Tätigkeiten, die einen Hersteller mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie mit Kauf- und Ersatzteilen versorgen. Die benötigten Materialen wurden dazu früher hauptsächlich lokal eingekauft. Heutzutage ist es für ein Unternehmen jedoch durch die globale Vernetzung und das Internet kaum noch ein Problem, diese weltweit zu beschaffen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Logistik aus.

Inhalt und Ausmaß der Beschaffungs-Logistik

Die Beschaffungs-Logistik ist ein marktverbundenes Logistiksystem. Sie stellt die Verbindung zwischen der Distributions-Logistik Distributions-Logistik der Lieferanten und der Produktions-Logistik Produktions-Logistik eines Unternehmens dar.
Die Objekte der Beschaffungs-Logistik sind Güter, die dem Unternehmen bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen sind, z. B. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Kaufteile und Handelsware, die das Unternehmen zur Herstellung seiner Güter benötigt. Bedarfsträger ist das Beschaffungslager oder, im Falle einer direkten Anlieferung, die erste Produktionsstufe im Unternehmen [1].

Optimierung durch System- und Gesamtkostendenken

Das Systemdenken Systemdenken in der marktverbundenen Beschaffungs-Logistik berücksichtigt Wirkungszusammenhänge mit den Logistiksystemen der Lieferanten. Beispielsweise ist zu beachten, ob Maßnahmen zur Bestandssenkung im Beschaffungslager des eigenen Unternehmens dazu führen, dass Bestände im Absatzlager des Lieferanten erhöht werden müssen. Das könnte langfristig zur Preiserhöhung der Produkte des Lieferanten führen. Wenn die Supply Chain Supply Chain als ein gesamtes System betrachtet wird, kann z. B. ein Lager aufgebaut werden, das vom Abnehmer und Lieferanten gemeinsam betrieben wird. Das reduziert die Lagerbestände in der Beschaffungs-Logistik.
Das Gesamtkostendenken lässt sich ebenfalls am Beispiel der Lagerbestandsreduzierung aufzeigen. So führen niedrigere Bestände möglicherweise zu kleineren Bestellosen und einer höheren Bestellfrequenz. Daraus können höhere Transportkosten entstehen.
Bei der Versorgung des Unternehmens sind die Interdependenzen zwischen der Beschaffungs-Logistik und der Beschaffungspolitik zu berücksichtigen. Ähnlich wie bei den Instrumenten der Marketingpolitik im Absatzbereich werden bei den Instrumenten der Beschaffungspolitik vier Gruppen unterschieden: die Produktpolitik, die Konditionenpolitik, die Kommunikationspolitik und die Bezugspolitik [1].

Verwandte Artikel

Distributions-Logistik

Literatur-Empfehlungen

Purchasing and Supply Chain Management | Quayle 2006

Logistiksysteme | Pfohl 2004

Gower Handbook of Purchasing Management | Day 2002

Praxishandbuch innovative Beschaffung | Arnold / Kasulke 2006

Quellen

[1] Logistiksysteme | Pfohl 2004

Bookmark diese Seite

digg technorati delicious propeller misterwong facebook

URL zu diesem Artikel

http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/processes/procurement_logistics/definition.jsp