Von den Produzenten zu den Kunden
Ausgangspunkt der Distributions-Logistik ist der Gütertransport vom Hersteller zum Verbraucher. So bringt z. B. ein firmeneigener LKW eines großen Supermarktes frühmorgens Nachschub für alle Güter, die am Tag zuvor verkauft wurden, direkt an die Laderampe - und zwar vorkommissioniert für die Filiale. Zur gleichen Zeit kauft der Feinkosthändler von nebenan auf dem Großmarkt die Waren für den Tag ein. Mit diesen und anderen Ansätzen der Kundenbelieferung mit Produkten befasst sich die Distributions-Logistik. Dabei umfasst sie mehr als nur den einfachen Transport von A nach B.
Inhalt und Ausmaß der Distributions-Logistik
Die Distributions-Logistik umfasst alle Aktivitäten, die in einem Zusammenhang mit der Belieferung des Kunden mit Fertigfabrikaten und Handelsware stehen. Die Belieferung kann dabei direkt aus dem Produktionsprozess erfolgen - oder aber vom Absatzlager, das nahe der Produktionsstätte liegt, und gegebenenfalls über weitere regionale Auslieferungslager.
Wie die Beschaffungs-Logistik Beschaffungs-Logistik ist die Distributions-Logistik ein marktverbundenes Logistiksystem. Es verbindet die Produktions-Logistik Produktions-Logistik eines Unternehmens mit der Beschaffungs-Logistik des Kunden.
In der Distributions-Logistik nimmt die Kundenorientierung einen besonderen Stellenwert ein, da hier eine unmittelbare Verbindung zum Kunden besteht. Mitarbeiter in einem Auslieferungslager haben dabei häufig wesentlich mehr Kundenkontakt als die Außendienstmitarbeiter.
Aus der Kundenorientierung folgt die große Bedeutung des Servicedenkens für die Distributions-Logistik. Es gilt, ständig nach innovativen Möglichkeiten zu suchen, die dem Kunden bessere logistische Problemlösungen bieten. Dabei werden besondere Anforderungen gestellt, weil das klassische Marketingprinzip „marktorientiert zu produzieren” zunehmend durch das zukunftsorientierte Marketingprinzip „erst verkaufen, dann produzieren“ abgelöst wird. Außerdem wird die Leistung gegenüber dem Kunden immer häufiger in sehr differenzierter Weise nach dem „Just for you“-Prinzip erbracht. Beide Tendenzen fordern eine große Serviceschnelligkeit und -flexibilität [1].
Marketing mit Lieferservice
Wenn der Lieferservice Lieferservice als Instrument der Marketingpolitik gesehen wird, müssen Interdependenzen mit den anderen Instrumenten berücksichtigt werden. Denn die Instrumente der Marketingpolitik wirken nur in ihrer Kombination im Marketing-Mix Marketing-Mix auf den Kunden ein. Ein Eindruck der bestehenden Interdependenzen wird in den weiteren Artikeln zur Distributions-Logistik vermittelt. Dabei werden die marketingpolitischen Instrumente zu Instrumenten der Produktpolitik, der Kontrahierungs- bzw. Konditionenpolitik, der Kommunikationspolitik und der Distributionspolitik zusammengefasst [1].
Literatur-Empfehlungen
Purchasing and Supply Chain Management | Quayle 2006
Logistiksysteme | Pfohl 2004
Fundamentals of Logistics Management | Grant / Lambert / Stock / Ellram 2005
Quellen
[1] Logistiksysteme | Pfohl 2004



