Die Logistik bewegt sich im Kreis

Die Kreislaufwirtschaft ist für die Rückführung von Rückständen und somit für den Schluss des Güterkreislaufes verantwortlich. Zu diesem Zweck werden Redistributionskanäle eingerichtet, die entgegengesetzt zur klassischen Distributionsrichtung verlaufen. So können Rückstände entweder dem Unternehmen als Sekundärrohstoff wieder zugeführt oder als Abfall beseitigt werden.

So schließt sich der Kreis

Das gestiegene Umweltbewusstsein in der Gesellschaft hat zur Folge, dass Produktlebenszyklen immer häufiger mit einem Kreislaufcharakter verbunden werden. Dabei wird ein Produkt nach Ende seiner Nutzung nicht mehr als Abfall angesehen, der entsorgt werden muss. Vielmehr wird gefordert, die erneute Nutzung eines Produktes - zumindest in Teilen - zu ermöglichen, um natürliche Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastungen zu reduzieren.
Die Kreislaufwirtschaft ist mit dem Recycling eng verbunden. Unter Beachtung des allgemeinen ökonomischen Prinzips und mit dem Ziel, den Beseitigungsanteil zu reduzieren, kann sie auch als Recycling definiert werden. Produkte werden dazu nach ihrer Nutzung von den Endnutzern zurückgeführt und in Recyclingunternehmen demontiert oder geschreddert. Nach der Aufarbeitung bzw. Aufbereitung werden die recycelten Teile dann als Bauteile oder Sekundärrohstoffe wieder in den Wirtschaftskreislauf eingesteuert [1].
Die Aufgabe der Kreislaufwirtschaft ist es somit, Rückstandskreisläufe zu schließen. Je nach Art der eingeschalteten Mittler und des Systems ergeben sich einstufige und mehrstufige Redistributionskanäle, Rückstandszyklen und Beseitigungskanäle [2].

 

Redistributionskanal

Redistributionskanäle sind identisch mit den Distributionskanälen für Zielprodukte. Lediglich die Flussrichtung ist entgegengesetzt. Die Quelle des Rückstandsstromes entspricht dabei der Senke des Zielproduktstromes.
Ein einstufiger Redistributionskanal, bei dem der Endabnehmer Reststoffe direkt an den Hersteller zurückgibt, bietet sich an, wenn die Reststoffe relativ sortenrein sind und dem Hersteller in großen Mengen zurückgegeben werden können. Außerdem muss es möglich sein, dass der Endabnehmer den Hersteller in einem regelmäßigen Entsorgungsrhythmus beliefert. In mehrstufigen Redistributionskanälen werden Einzel- oder Großhändler als Mittler eingeschaltet. Dies ist beispielsweise bei der Rückgabe von Leergut in standardisierten Kästen der Fall [3].

 

Rückstandszyklus

Rückstandszyklen sollen den erneuten Einsatz von Sekundärrohstoffen sicherstellen. Die Reststoffe werden somit auf jeden Fall wiederverwendet. Beispielsweise kann der Hersteller der ge- oder verbrauchten Produkte die Reststoffe selbst verwenden. Oder aber andere Institutionen recyceln die Reststoffe. Eingeschaltete entsorgungslogistische Spezialisten können dabei Aufgaben der Lagerung, des Transports, des Umschlags, der Sammlung und Trennung, der Verpackung oder der Auftragsabwicklung Auftragsabwicklung übernehmen.
In einstufigen Rückstandszyklen werden die Reststoffe direkt von dem Unternehmen, bei dem sie anfallen, bis zum Ort des Wiedereinsatzes geleitet. Das ist vor allem für Rückstände geeignet, die vor dem Wiedereinsatz nicht aufbereitet werden müssen. In mehrstufigen Rückstandszyklen wird der Reststoffstrom z. B. durch ein Recyclingunternehmen unterbrochen. Der Wiedereinsatz kann dann beim Hersteller oder bei einer anderen Institution erfolgen [3].

 

Beseitigungskanal

Über Beseitigungskanäle wird der Rückstandsfluss zwischen Rückstandserzeuger und den Institutionen gesteuert, die für die ordnungsgemäße Beseitigung von Abfällen zuständig sind - also z. B. Verbrennungsanlagen oder Deponien.
Der einstufige Beseitigungskanal eignet sich vor allem für Rückstände, die in großen Mengen anfallen und für die Beseitigung nicht weiter getrennt werden müssen. Mehrstufige Beseitigungskanäle sind erforderlich, wenn Reststoffe etwa für den Ferntransport gesammelt, analysiert oder speziell behandelt werden müssen [3].

Literatur-Empfehlungen

Management kreislauforientierter Entsorgungskonzepte | Ivisic 2002

Reverse Logistics | Dekker / Fleischmann / Inderfurth von Springer 2004

Logistiksysteme | Pfohl 2004

Quellen

[1] Management kreislauforientierter Entsorgungskonzepte | Ivisic 2002
[2] Umweltschutz und Entsorgungslogistik | Stölzle 1993
[3] Logistiksysteme | Pfohl 2004

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http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/processes/disposal_logistics/circulatory.jsp