Die große Erfolgsgeschichte der Logistik

Für die weltweite Entwicklung spielt die Logistik schon seit knapp 5000 Jahren eine fundamentale Rolle. Dabei hat sie sich seit dem Pyramidenbau im antiken Ägypten erstaunlich weiterentwickelt. Großartige Logistiklösungen waren immer wieder die Grundlage für den Schritt in eine neue geschichtliche und wirtschaftliche Ära. So z. B. auch die Erfindung des Seecontainers und die Etablierung neuartiger Servicesysteme im vergangenen Jahrhundert, die die Globalisierung seitdem begleiten.

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Ca. 2700 v. Chr.: Materialtransporttechnik im Pyramidenbau. Tonnenschwere Bausteine wurden zur Baustelle befördert und zusammengebaut.

Um die 146 Meter hohe und 6 Mio. Tonnen schwere Cheopspyramide zu bauen, musste die Materialtransporttechnik in Ägypten so fortentwickelt werden, dass es möglich war, die tonnenschweren Bausteine zu transportieren und einzusetzen. Wie diese Präzision mit den Hebe- und Transportwerkzeugen um das Jahr 2650 v. Chr. erreicht werden konnte, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt [1].

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Ca. 300 v. Chr.: Revolutionäre griechische Ruderschiffe - die neu geschaffene Grundlage für interkontinentale Handelstätigkeit.

Die bahnbrechende Erfindung der Ruderschiffe erlaubte besonders hohe Geschwindigkeiten für die Seefahrt. So konnten auch enorme logistische Versorgungssysteme für mobile Heerlager aufgebaut werden. Alexander der Große organisierte so z. B. mit seinen Truppen, deren Angehörigen und allen Kriegsmitteln Reisen bis ins ferne Indien [1].

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Ca. 700: Beschaffungs-Logistik beim Aufbau der Mezquita-Moschee.
Säulen wurden aus dem gesamten islamischen Weltreich nach Spanien transportiert.

In der Dynastie der Omajaden des Kalifats Cordoba wurde ab dem Jahr 756 die berühmte Mezquita-Moschee im spanischen Cordoba gebaut, die als größte Moschee auf europäischem Boden gilt. Um die Säulen der Moschee aus dem gesamten damaligen islamischen Weltreich zusammenzutragen, war eine außergewöhnliche Beschaffungs-Logistik notwendig [1].

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Ca. 1200: Das internationale Unternehmensnetzwerk „die Hanseaten“ - die Kooperation für Transportbündelung und internationalen Seeverkehr.

Um die Überfahrt in der Nordsee sicherer zu machen und wirtschaftliche Interessen im Ausland zu vertreten, wurde im Jahr 1188 die Stadt Hamburg als Nordsee-Stützpunkt der Hanse gegründet. Bis zu 200.000 Pelze wurden in einer einzelnen Hanse-Kogge umgeschlagen. Der gemeinsame Handel der Hanseaten reichte vom schwarzen Meer bis zum Reval. Aus heutiger Sicht erscheint der grenzenlose Handel wie ein historischer Vorläufer der Europäischen Union [1].

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Ca. 1500: Fortschrittlicher Postbetrieb in Europa - der erste Postversand mit genau festgelegter Laufzeit.

Im Jahr 1504 organisierte Franz von Taxis, in Absprache mit Philipp von Burgund, erstmals einen Postdienst mit genau festgelegten Laufzeiten. Beliefert wurden beispielsweise Paris, Gent, Spanien und das Wiener Hoflager. Die Post gelangte trotz der damals schlechten Infrastruktur und der Kleinstaaterei nahezu verzögerungsfrei an ihren Zielort [1].

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Ca. 1800: Erfindung von Fahrzeugen und Eisenbahn - Erweiterung logistischer Aufgabenbereiche durch neue Technologien und Transportmittel.

Der praktische Einsatz der Dampfmaschine, Erfindungen für Fahrzeug-, Eisenbahn- und Schiffbau sowie die Entdeckung des Erdöls leiteten eine neue wirtschaftliche Ära ein. Diese Entwicklungen stellte auch die Logistik vor neue Aufgaben. Dabei wurden neue Mittel angewandt und neue Perspektiven eröffnet [1].

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Ca. 1940: Militärische Logistik in den Weltkriegen - Übertragung von militärischen Logistikkonzepten auf die Wirtschaft.

Schon im ersten Weltkrieg war die Logistik für das Militär bei der Versorgung der Truppen mit Versorgungsgütern, Waffen und Ausrüstung von großer Bedeutung. Mit Beginn des zweiten Weltkrieges wurde diese Logistik weiterentwickelt und verfeinert. Dadurch wurde auch die Logistik im wirtschaftlichen Bereich zunehmend wichtiger.

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1956: Erfindung des Seecontainers - struktureller Wandel des Welthandels und Boom der internationalen Güterströme.

Die Erfindung des Seecontainers durch den US-Amerikaner Malcom P. McLean veränderte weltweit die Produktionsbedingungen fast aller Industrien und somit die Konsumgewohnheiten der Menschen. Noch heute ist der Seecontainer dafür verantwortlich, dass Werften Großaufträge erhalten, neue Länder und Regionen boomen, neue Märkte entstehen und Produkte aus aller Welt überall billig eingekauft und verkauft werden können. Der Container hat so einen erheblichen Beitrag zur Globalisierung geleistet.

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Ca. 1970 - 1980: Kanban- und Just-in-time-Konzepte - Logistikkonzeptionen mit besonderer Berücksichtigung der Beschaffung.

Die Kanban- und Just-in-time- (JIT) Konzepte wurden in der japanischen Toyota Motor Company von Taiichi Ohno entwickelt und eingeführt - mit dem Ziel, die Logistik mit anderen betrieblichen Funktionen effektiv zu verbinden. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Beschaffung gelegt.

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Ca. 1990: QR- und ECR-Technologien - Logistikkonzeptionen mit besonderer Berücksichtigung der Distribution.

Die Quick Response- und Efficient Consumer Response-Technologien wurden in den 1990er entwickelt und von vielen Unternehmen im Einzel- und Großhandel angewendet. Diese Technologien hatten einen bedeutenden Einfluss auf die Logistik. Anstatt Güter zu lagern, werden mit diesen Technologien Distributionszentren beauftragt, Güter zu bewegen. Unternehmen können so schneller auf Marktentwicklungen reagieren und ein effizientes Warenversorgungssystem aufbauen.

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Gegenwart: Supply Chain Management - die Betrachtung der gesamten Logistikkette vom Vorlieferanten bis zum Endkunden.

Der Begriff Supply Chain Management wird seit den späten 1980ern verwendet und seitdem zunehmend wichtiger. Heutzutage wird Supply Chain Management als die ganzheitliche Betrachtung der geschäftlichen Schlüsselprozesse vom Endverbraucher bis zum Vorlieferanten verstanden. Dementsprechend ist Supply Chain Management ein sehr interaktives und komplexes System, das die gleichzeitige Betrachtung vieler Zielkonflikte erfordert.

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Gegenwart: Fortschreitende Globalisierung - effiziente Logistik als Wettbewerbsvorteil in der Globalisierung.

Die Entwicklung und Ausweitung des globalen Wettbewerbs begann in den 1970ern und beschleunigte sich in den 1990ern. Die Globalisierung schreitet auch heute noch immer weiter voran. Für Unternehmen, die in globale Märkte expandieren, ist eine effiziente Logistik ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die erfolgreichen logistischen Aktivitäten in internationalen Supply Chains können dabei zur Entwicklung globaler Märkte beitragen.

Vom Pyramidenbau bis hin zur Supply Chain

Literatur-Empfehlungen

Logistik Stories | Göpfert / Froschmayer 2005

Strategic Logistics Management | Stock / Lambert 2001

Quellen

[1] Episoden des Logistik-Managements in Antike und Mittelalter | Dülfer 2005. In: Logistik Stories | Göpfert / Froschmayer (Hrsg.)

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