Die Logistik als Zentralbereich und Sparte
Wenn ein Unternehmen nach einzelnen Sparten wie Regionen oder Produkten aufgeteilt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Logistik dort einzugliedern. Wichtig ist dabei, die Logistik in Bezug auf ihre Wichtigkeit für den betrieblichen Erfolg einzuordnen. Dies reicht von einer zentralen Organisation jenseits aller Sparten bis zu einer Logistikabteilung in jeder Sparte. Bei geeigneter Umsetzung können so Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten erzielt werden.
Zentrale, dezentrale und hybride Organisation
Große Unternehmen besitzen oft eine Matrix-Organisation. In solchen Unternehmen gibt es nach Verrichtungen eingeteilte funktionale Organisationseinheiten wie Produktion, Personal und Finanzen sowie nach Sparten eingeteilte divisionale Organisationseinheiten wie Geschäftsbereiche A, B und C. In einer Matrix-Organisation gibt es drei Möglichkeiten Logistik anzuordnen - zentral, dezentral oder hybrid.
Logistik als Zentralbereich
Bei der Spartenorganisation bzw. der divisionalen Organisationsstruktur werden die betrieblichen Aufgaben auf der ersten Ebene der Unternehmensleitung nach Objekten gegliedert, z. B. nach Produktgruppen oder Regionen. Auch bei diesem Grundmodell gibt es verschiedene Möglichkeiten der Eingliederung der Logistik.
Um Synergieeffekte der Logistik zwischen den Sparten zu erzielen, werden logistische Aufgaben aus den Sparten ausgegliedert und einem Zentralbereich Logistik zugeordnet [1].
Logistik als Zentralbereich und Funktion in jeder Sparte
Daneben können Aufgaben auch dezentral in der Sparte ausgeführt werden. Dabei findet oft eine Arbeitsteilung statt, indem auf zentraler Ebene Aufgaben erfüllt werden, die bezüglich der Phase einen übergeordneten Charakter haben. Ein Beispiel dafür ist das Festlegen von Richtlinien für die logistische Leistungserstellung.
Der Zentralbereich Logistik verfügt in diesem Falle über eine reine Richtlinienkompetenz. Vor allem operative Aufgaben werden auf Basis dieser Richtlinien erfüllt. Dies ist vor allem dann eine effiziente Lösung, wenn die Sparten sehr unterschiedliche Produkte anbieten und die Potenziale der Zusammenfassung von Logistikaufgaben gering sind. Sind solche Potenziale vorhanden, können dagegen auch operative Aufgaben zentral erfüllt werden. Dies betrifft auch den Fremdbezug von Logistikdienstleistungen [1].
Logistik als eigenständige Sparte
Zudem ist es auch möglich, eine eigenständige Sparte Logistik zu installieren. Diese kann als Profit-Center geführt werden und auch Leistungen auf dem Markt für andere Unternehmen anbieten. Die Sparte Logistik kann sogar als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert werden, so dass es formal zu einem Outsourcing Outsourcing der Logistik kommt.
Gerade bei der Spartenorganisation ist der Übergang von der Unternehmensorganisation zur Konzernorganisation fließend, da einzelne Sparten als rechtlich selbstständige Einheiten geführt werden können.
Damit liegt in der Realität häufig ein zweistufiges Zentralisationsproblem vor, da zwischen zentralen Organisationseinheiten auf Unternehmens- und auf Konzernebene unterschieden werden muss. Dieser Aspekt ist von Bedeutung, da es, wenn konzernzentrale Logistikeinheiten vorhanden sind, zu einer Verlagerung von zentralen Aufgaben von der Unternehmens- auf die Konzernebene kommen kann [1].
Literatur-Empfehlungen
Logistiksysteme | Pfohl 2004
Strategic Logistics Management | Stock / Lambert 2001
Logistik-Organisation | Klaas 2002
Quellen
[1] Logistikmanagement | Pfohl 2004



