Die entscheidenden Größen für effizientes Controlling

Um die Effizienz einer logistischen Leistung messen zu können, sind aussagekräftige Kennzahlen notwendig. Bei der Gestaltung des Kennzahlensystems muss dabei vor allem die Besonderheit beachtet werden, dass die Logistik als Querschnittsfunktion am Güterfluss ausgerichtet ist. Traditionelle Kennzahlen helfen daher bei der Leistungsbeurteilung des Logistiksystems nur bedingt.

Die Effizienzmessung logistischer Systeme

Logistische Kennzahlen dienen als Indikatoren zur Messung der Effizienz logistischer Systeme. Sie stellen empirisch beobachtbare und messbare Sachverhalte dar.
Bei der Kennzahlenbildung für die Logistik muss die logistische Sichtweise einbezogen werden. Die klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Produktivität, Kapazitätsauslastung, Leistungsgrad oder Rentabilität berücksichtigen dies aber nur begrenzt. Denn sie sind vertikal auf Kostenstellen und nicht auf einen Auftrag ausgerichtet.
Die mit der Logistik verbundene Sichtweise ist horizontal auf den Güter- und Auftragsfluss ausgerichtet und verlangt daher nach Kennzahlen, die die Dimension Zeit mit einbeziehen. Man muss daher eine zeitbasierte Effizienzmessung einsetzen, die die auf Input-Output-Relationen aufbauende Messung logistischer Systeme ergänzt. Hierdurch wird die Messung und Darstellung des Wertschöpfungsbeitrages der einzelnen Funktionen und Prozessschritte auf die gesamten Supply Chain Supply Chain ausgedehnt.
Ein gutes Kennzahlensystem Kennzahlensystem besitzt dabei einen hierarchischen Aufbau, durch den der Informationsbedarf der Kennzahlenempfänger auf unterschiedlichen Unternehmensebenen befriedigt wird. Globale, aggregierte Kennzahlen sind für die Logistikleitung bestimmt. Durch Zerlegung dieser Kennzahlen in ihre Einzelteile werden Kennzahlen dargestellt, die als Einflussgrößen auf die globalen Kennzahlen dienen [1].

Kennzahlen für das logistische Gesamtsystem

Als Spitzenkennzahlen werden häufig die Logistikkosten und der Lieferservice verwendet. Logistikkosten sind dabei in ihrer absoluten Höhe und in ihrer Aufteilung auf die Logistiksubsysteme Transport, Lagerhaltung Lagerhaltung , Lagerhaus Lagerhaus und Auftragsabwicklung Auftragsabwicklung sowie in der Gliederung nach den Phasen Beschaffung, Produktion und Distribution anzugeben. Die phasenbezogene Gliederung zeigt dabei deutlich, wo die logistischen Schwerpunkte der Unternehmen liegen. Der Lieferservice Lieferservice als Output des logistischen Gesamtsystems wird in die Komponenten Lieferzeit Lieferzeit , Lieferzuverlässigkeit [Lieferzuverlässigkeit], Lieferungsbeschaffenheit Lieferungsbeschaffenheit und Lieferflexibilität [Lieferflexibilität] aufgegliedert.
Eine weitere Kennzahl ist das durch die Logistik gebundene Kapital. Man unterscheidet hier das im Anlagevermögen und im Umlaufvermögen gebundene Kapital - also z. B. den Fuhrpark, das Lagerhaus Lagerhaus und die Lagereinrichtungen von den mit Preisen bewerteten Durchschnittsbeständen. Um eine Veränderung zu erkennen, sollte man beide Vermögensteile parallel betrachten.
Eine weitere Kennzahl ergibt sich aus den Logistikkosten je Umsatzeinheit. Die Belastung des Erlöses mit Logistikkosten wird häufig als Indikator für die Wirtschaftlichkeit der Logistik verwendet [1].

Kennzahlen für das Logistikmanagement

Bei diesen Kennzahlen wird besonders auf die Managementfunktionen „Persönliche Führung“, „Organisation“ und „Planung“ Bezug genommen. Die Kennzahlen des Logistikmanagements sind dabei einerseits eine notwendige Ergänzung zum logistischen Gesamtsystem, andererseits dienen sie der Berücksichtigung der Interdependenzbeziehungen zu den anderen betrieblichen Teilbereichen - vor allem den Bereichen Beschaffung, Produktion, Absatz, Finanzen und Einkauf.
Das vorrangige Ziel ist, das Systemdenken Systemdenken auch bei den Schnittstellen zum innerbetrieblichen Umfeld sicherzustellen.
Die Führung im Sinne persönlicher Beeinflussung von Menschen hat in erster Linie Auswirkungen auf den Personalbereich des Unternehmens. Man kann dies über Gruppenzusammenhalt, Konflikte, Arbeitszufriedenheit und Motivation ausdrücken. Mögliche Kennzahlen sind z. B. die Fluktuations- oder die Fehlzeitenquote.
In Ermangelung direkter Kriterien verwendet man Ersatzmaßstäbe, die zur Beurteilung dienen, wie gut die Organisation und Planung dazu geeignet sind, einen effizienten Ablauf der Logistikprozesse zu unterstützen und zu gewährleisten.
Zentraler und messbarer Output des Logistikmanagements ist die Durchlaufzeit Durchlaufzeit . Sie zeigt z. B. im Vergleich zur Konkurrenz, inwieweit Just-in-Time- Just-in-Time Systeme eingesetzt werden. Unter Durchlaufzeit versteht man dabei die Dauer, die ein Gegenstand für das Durchlaufen des Unternehmens benötigt. Sie bezieht sich auf zwei Aspekte, nämlich die Realgüter und die durch den Realgüteraustausch abgeleiteten Zahlungsmittelströme. Die gemeinsame Betrachtung dient dazu, eine einseitige Ausrichtung auf die Warenströme zu umgehen [1].

Literatur-Empfehlungen

Logistikmanagement | Pfohl 2004

Logistik- und Supply-Chain-Controlling | Weber 2002

Logistics and Supply Chain Management | Christopher 2005

Quellen

[1] Logistikmanagement | Pfohl 2004

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http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/course/management/logistics_controlling/key_indicators.jsp