Wechselnde Kundenansprüche je nach Lage

Wirtschaftsgeografische Überlegungen bilden die Grundlage für die Abschätzung der Entwicklung von Kundennachfragen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Lieferzeit, die von den Kunden erwartet wird. Während die erwartete Lieferzeit im Wesentlichen von kulturellen Unterschieden abhängig ist, wird die langfristige Entwicklung der Kundennachfrage in erheblichem Maße durch demografische und politische Veränderungen geprägt.

Unterschiedliche Lieferzeitanforderungen der Kunden

Anhaltspunkte darüber, welche Lieferzeiten Lieferzeit von einem Lagerstandort aus realisierbar sind, geben Iso-Zeit-Diagramme - so genannte Isochronen. Aus den Isochronen können Zeitfenster für potenzielle Standorte von Distributions- oder Zulieferlagern abgeleitet werden, in denen bestimmte Zielpunkte erreicht werden können. Wird dabei z. B. ein 24-Stunden-Service in den weiter entfernt liegenden europäischen Regionen verlangt, muss von einem Zentrallagersystem auf ein Dezentrallagersystem übergegangen werden [1].
Die Lieferzeitanforderungen in Europa sind durchaus unterschiedlich. Aufgrund der geografischen Ausprägung lassen sich nationale, regionale und zentrale Netzwerke unterscheiden [2].

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Langfristige Entwicklung der Kundennachfrage

Anhaltspunkte für die langfristige Entwicklung der Kundennachfrage ergeben sich aus volkswirtschaftlichen Kenngrößen wie der Bevölkerungszahl oder dem Bruttosozialprodukt. Beispielsweise kann ein Bevölkerungswachstum in einer Region dazu führen, dass sich die Produktion von Gütern, die bisher aus anderen Regionen geliefert wurden, nun auch in dieser Region lohnt. Ein Bevölkerungsrückgang kann den gegenteiligen Effekt auslösen. In beiden Fällen ändern sich die Güterströme zwischen den Regionen. Darüber hinaus verteilen sich die Umsätze für manche Güter in Europa regional ähnlich wie das Bruttosozialprodukt.
Die Nachfrageentwicklung wird zudem durch politische Veränderungen und Integrationsanstrengungen von Staaten beeinflusst. Ein wichtiges Beispiel dafür ist die EU-Integration der 90er Jahre. Während die westeuropäische Integration mit der weitgehenden Einführung des Euros als vollzogen gelten kann, gehen derzeitige Impulse vor allem durch die Öffnung Mittel- und Osteuropas aus. Die bisher von Birmingham bis Mailand reichende „Banane“ - als optimales Ansiedlungsgebiet für Logistikimmobilien - wird durch die EU-Osterweiterung durch neue Korridore Korridor in den Osten verändert [1].

Literatur-Empfehlungen

Logistikmanagement | Pfohl 2004

Strategic Logistics Management | Stock / Lambert 2001

Quellen

[1] Logistikmanagament | Pfohl 2004
[2] Europäische Distributionsnetzwerke | Hoppe / Conzen 2002

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