Güterfluss auf direktem oder indirektem Wege
Der direkte Güterfluss zwischen Liefer- und Empfangspunkt entspricht in idealer Weise dem logistischen Leitbild der Flussorientierung und kann als die logistische „Ur-Strategie“ bezeichnet werden. Er ermöglicht u. a. die Gestaltung von Just-in-time-Strategien. Trotzdem kann eine Unterbrechung des Güterflusses zur Auflösung oder Bündelung der Güter sinnvoll sein. Der so entstehende indirekte Güterfluss eröffnet vor allem Kostendegressionsvorteile.
Kostendegressionsvorteile im indirekten Güterfluss
Zu diesem Artikel erhalten Sie Zusatzinformationen und interaktive FeaturesÖffnen Sie hier die Flash-Version dieses Artikels!
Das Ziel eines indirekten Güterflusses ist es, Kostendegressionsvorteile bis zum Unterbrechungspunkt oder ab dem Unterbrechungspunkt zu erreichen. So können z. B. die zu transportierenden Güter zu größeren Transportlosen zusammengelegt werden, um die Transportstückkosten sowie die Stückkosten des Warenausgangs im Lieferpunkt und beim Wareneingang im Empfangspunkt zu senken. Man spricht dann von einer Bündelung [Bündelung]. Allerdings muss auch berücksichtigt werden, dass eine Unterbrechung des Güterflusses zu ansteigenden Kosten der Lagerung, des Umschlags und der Auftragsabwicklung Auftragsabwicklung führen kann [1].
Bündelungsarten im indirekten Güterfluss
Im indirekten Güterfluss lassen sich drei Formen der Bündelung [Bündelung] unterscheiden [2]:
- die Bestandsbündelung
- die Fahrzeugbündelung
- die Umschlagslagerbündelung
Die Bestandsbündelung ist eine zeitliche Bündelung, bei der Lieferungen hinausgezögert werden, bis ein bestimmtes Transportlos erreicht ist. Eine Bestandsbündelung liegt auch vor, wenn die Lieferungen an einem bestimmten Empfangspunkt gesammelt und zu einem vorbestimmten Zeitpunkt ausgeführt werden.
Die Fahrzeugbündelung ist eine räumliche Bündelung. Ein Fahrzeug sammelt dazu während einer Tour Güter bei mehreren Lieferpunkten ein oder liefert an mehrere Empfangspunkte aus. Zusätzlich zu den Kosten, die durch die zeitliche Bündelung entstehen, fallen die Kosten der Sammel- oder Ausliefertour an, die aber mit Hilfe einer effizienten Tourenplanung Tourenplanung minimiert werden können.
Die Umschlagslager- oder Transitterminalbündelung ist ebenfalls eine Form der räumlichen Bündelung. In den Umschlagslagern werden dabei die von den Lieferpunkten eingegangenen Güter sortiert, auf neue Fahrzeuge geladen und zu den Empfangspunkten gebracht. So kann die Anzahl der Verbindungen zwischen Liefer- und Empfangspunkten reduziert werden. Zusätzlich zu den Kosten der Fahrzeugbündelung fallen dabei noch Kosten an, die durch den Bau und Betrieb des Umschlagslagers verursacht werden [1].
Hub-and-Spoke-Netzwerk
Für die Verteilsysteme der Kurier-, Express- und Paket-Dienste Kurier-, Express- und Paket-Dienste (KEP-Dienste) ist das Hub-and-Spoke-Netzwerk grundlegend. Dabei muss beachtet werden, dass die Einsparungen durch Bündelungseffekte ausreichen, um die Betriebskosten des Hubs Hub und die höheren Transportkosten längerer Transportwege zu decken.
Hub-and-Spoke-Netzwerke eignen sich insbesondere bei geringen Transportaufkommen für die einzelnen Relationen. Zudem sollten die Zeitfenster nicht zu eng und die Kosten für die Einrichtung der Bündelungsstation nicht zu hoch sein [1, 3].
Just-in-time-Strategien mit direktem Güterfluss
Der direkte Güterfluss basiert auf dem Denkansatz der Just-in-Time Just-in-Time -Vorteile. Just-in-Time (JiT) hat zum Ziel, ein Produkt oder eine Dienstleistung durch eine geeignete Planung, Steuerung und Kontrolle aller Materialströme und der dazugehörigen Informationsströme bereitzustellen. Dabei sollen Zeit, Material, Arbeitskraft und Energie nicht verschwendet und die Kundenwünsche bezüglich Preis, Qualität und Lieferservice Lieferservice erfüllt werden. Der Just-in-time-Denkansatz stützt sich dazu auf folgende, in direktem Zusammenhang miteinander stehende Grundsätze [4]:
- Reduzierung der Durchlaufzeiten Durchlaufzeit
- Auftragsorientierung in der Leistungserstellung,
- Reduzierung der Rüstzeiten
- Vorhalten von Kapazitäten
- Vereinfachung der Abläufe
Eine Variante von Just-in-Time Just-in-Time ist Just-in-Sequence Just-in-Sequence . Dabei erfolgt die Bereitstellung der Materialien, die an einem Bedarfsort benötigt werden, genau in der benötigten Reihenfolge. Dies kann z. B. durch eine reihenfolgeorientierte Kommissionierung Kommissionierung in der Nähe des Bedarfsortes erreicht werden - also abnehmernah. Es kann aber auch abnehmerfern durch eine vom Bedarfsort aus synchronisierte Herstellung erfolgen. Bei der Realisierung der abnehmernahen Just-in-sequence-Anlieferung haben in der jüngsten Zeit vor allem Industrieparkkonzepte an Bedeutung gewonnen [5].
Prinzipiell lässt sich der Just-in-time Just-in-Time -Denkansatz in der Beschaffungs- Beschaffungs-Logistik , Produktions- Produktions-Logistik und Distributions-Logistik Distributions-Logistik anwenden. Die stärkste Verbreitung haben JiT-Strategien jedoch in der Beschaffungs-Logistik, vor allem in der Automobilindustrie gefunden [1].
Literatur-Empfehlungen
Logistikmanagement | Pfohl 2004
Strategic Logistics Management | Stock / Lambert 2001
Quellen
[1] Logistikmanagement | Pfohl 2004
[2] Consolidation Strategy: Inventory, Vehicels and Terminals | Hall 1987. In: Journal of Business Logistics 8(1987)2
[3] Grundlagen der Netzoptimierung | Heinrichmeyer 1998. In: Handbuch der Verkehrslogistik | Buchholz / Clausen / Vestag (Hrsg.)
[4] Just-in-Time | Zibell 1990
[5] Das Konzept Industriepark | Gareis 2002






